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Eurostat-Zahlen zeigen für 2018 kaum Verbesserungen beim Verpackungsrecycling


Laut Eurostat wurden 2018 rund 66 Prozent
des EU-Verpackungsmülls recycelt.
16.12.2020 − 

Die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben im Jahr 2018 insgesamt weniger Verpackungsabfall recycelt als im Vorjahr. Laut aktuellen Zahlen von Eurostat sank die Recyclingquote über alle Verpackungsarten hinweg von 67,5 auf 66,3 Prozent. Zwar ist der Recyclinganteil bei den viel diskutierten Kunststoffverpackungen und auch bei Metallverpackungen im EU-Durchschnitt leicht gestiegen. Dafür ist der Anteil der stofflich verwerteten PPK- und Holzverpackungen gesunken – im Fall von Holzverpackungen sogar deutlich.

Laut Eurostat fielen in den nach dem Brexit in der EU verbleibenden 27 Mitgliedstaaten im Jahr 2018 insgesamt 77,7 Mio Tonnen Verpackungsabfall an. Das Pro-Kopf-Aufkommen an Verpackungsabfällen lag 2018 bei 174,0 Kilogramm. Die Zahlen markieren einen neuen historischen Höchststand.

In Deutschland fällt pro Kopf am meisten Verpackungsabfall an

Je Einwohner am meisten Verpackungsabfall erzeugte 2018 den Angaben zufolge Deutschland mit 227,5 Kilogramm. Am wenigsten Verpackungsmüll registrierte die Statistikbehörde in Kroatien mit 67,8 Kilogramm pro Kopf.

Die 2018 in Kraft getretene novellierte EU-Verpackungsrichtlinie setzt den EU-Staaten neue Zielvorgaben für das Recycling von Verpackungsabfällen. Die von Eurostat Anfang Dezember veröffentlichte Statistik zeigt, dass insbesondere beim Kunststoffrecycling viele EU-Staaten noch weit von den für die Jahre 2025 bzw. 2030 angepeilten Recyclingquoten entfernt sind.

Ausgewiesene Quoten basieren noch auf alter Berechnungsgrundlage

Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass die von Eurostat für 2018 zugrunde gelegte Berechnung der Recyclingquoten noch auf der alten Systematik von 2005 basiert. Dabei wird der Input an Verpackungsabfällen in ein effektives Recyclingverfahren in Relation zu der in einem Jahr auf den Markt gebrachten Menge an Verpackungen gesetzt. Weiterhin gilt der Output einer Sortieranlage als recycelter Verpackungsabfall, sofern dieser „ohne nennenswerte Verluste“ einem effektiven Recyclingprozess zugeführt wurde.

Als Grundlage für die Zielquoten von 2025 und 2030 wird künftig jedoch eine neue Definition herangezogen. Gemäß dieser müssen Aufbereitungsverluste zwischen dem Output von Sortieranlagen und den Berechnungspunkten abgezogen werden, unabhängig davon, ob sie signifikant sind oder nicht. Die Belastbarkeit der Eurostat-Zahlen ist somit eingeschränkt.

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