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Entsorgungssparte von Suez mit deutlichem Umsatz- und Gewinneinbruch


Konzernchef Camus sieht das Kunststoffrecycling als
einen der Wachstumstreiber für Suez in der nahen Zukunft.
30.07.2020 − 

Vor allem bedingt durch die Folgen der Coronakrise hat der französische Umweltkonzern Suez im ersten Halbjahr deutlich geringere Erlöse im Entsorgungsgeschäft erzielt. Die Umsätze für den Bereich „Recycling and Recovery“ lagen in Europa nach sechs Monaten mit 2,86 Mrd € um rund 280 Mio € bzw. neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um Währungseffekte und Änderungen im Konsolidierungskreis belief sich der organische Rückgang nur auf acht Prozent, geht aus dem aktuellen Halbjahresbericht hervor. Während die Erlöse im ersten Quartal nur minimal unter dem Vorjahreswert lagen, sorgten die Auswirkungen der Pandemie im zweiten Quartal für einen Einbruch der Umsätze um rund 16 Prozent.

Ungefähr von Mitte März bis Juni hätten die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie für einen starken Rückgang der behandelten Abfallmengen gesorgt, berichtet Suez. Dabei seien die Geschäfte mit Industrie- und Gewerbekunden besonders vom Mengenrückgang betroffen gewesen. Allerdings gab es hier auch große regionale Unterschiede. Am stärksten gingen die Mengen in Frankreich, Belgien sowie bei den britischen Aktivitäten zurück.

Allein für den französischen Heimatmarkt beziffert Finanzvorstand Julian Waldron den Mengenrückgang im ersten Halbjahr auf über 15 Prozent. Im Juni hätte das Volumen allerdings schon wieder das Vorjahresniveau erreicht. Widerstandsfähiger hätten sich die Geschäfte hingegen in Deutschland und den Niederlanden gezeigt. Laut Waldron lagen die Mengen in Deutschland nur um knapp zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) weist Suez für den Bereich „Recycling and Recovery“ im ersten Halbjahr nur noch einen Gewinn von 70 Mio € aus. Das waren zwei Drittel weniger als noch im letzten Jahr – oder auf organischer Basis gerechnet ein Minus von 63 Prozent. Das EBIT wurde dabei im Umfang von mehr als 40 Mio € durch einmalige Kosten im Zusammenhang mit den veränderten Geschäftsbedingungen – nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie – belastet, erklärt der Konzern. Bereits im Juni hatte Suez die Zusatzbelastungen durch die Coronakrise und den Konzernumbau auf über eine halbe Milliarde € beziffert.

Verkauf von Suez-Aktivitäten kurz vor Abschluss

Zu Spekulationen um einen möglichen Verkauf des europäischen Entsorgungsgeschäfts äußerte sich Suez bei der Vorstellung der aktuellen Geschäftszahlen nicht konkret. Bei der ersten Runde geplanter Veräußerungen von Konzernaktivitäten mache man gute Fortschritte, hieß es lediglich von Finanzchef Waldron. Erste Vertragsabschlüsse seien schon in den nächsten Wochen zu erwarten.

Im Kunststoffbereich wird Suez wahrscheinlich auch weiterhin aktiv sein. Das Kunststoffrecycling in Europa nannte Konzernchef Bertrand Camus nämlich ausdrücklich als einen der Bereiche, bei denen Suez in naher Zukunft auf ein höheres Ertragswachstum hofft. Weitere Wachstumspotenziale sieht der Konzern zudem im Sonderabfallgeschäft im Mittleren Osten, einer stärkeren Präsenz auf dem chinesischen Markt sowie der weltweiten Wasseraufbereitung.

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