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Entsorger fordern Ende der niederländischen Steuer auf Abfallimporte


EEW-Anlage Delfzijl: Abfallimporte spielten für die
Auslastung in den letzten Jahren eine große Rolle.
25.11.2020 − 

Die Entsorger ARN, Attero, AVR und EEW rufen in einem gemeinsamen „Manifest“ die Politik in den Niederlanden zum Dialog auf. „Gehen Sie mit uns ins Gespräch und verbrennen Sie alle Vorurteile“, bitten die vier Unternehmen in ihrem Papier. Sie wenden sich darin gegen die „hartnäckige Wahrnehmung“, dass Abfallverbrennung und Kreislaufwirtschaft miteinander nicht vereinbar seien, und bezeichnen es als gefährlich, in dieser Diskussion dem Bauchgefühl zu folgen und nicht dem Verstand.

Die beteiligten Entsorger rufen die politischen Entscheidungsträger dazu auf, die zu Jahresbeginn eingeführte Steuer auf die Verbrennung importierter Abfälle wieder zurückzunehmen. Ihr beabsichtigtes Ziel, 200.000 Tonnen CO2-Emissionen einzusparen, sei nicht erreicht worden, gleichzeitig habe sie unerwünschte Nebenwirkungen, so Attero Anfang November.

Die vier Entsorger befürchten den Angaben zufolge weitere CO2-Emissionen, wenn es zu einer „Doppelbesteuerung“ der Abfallverbrennung durch die geplante niederländische CO2-Steuer zusätzlich zur bestehenden Importsteuer kommt. Sie wiederholen in diesem Zusammenhang ihre Argumentation, dass die aus dem Ausland eingeführten Abfälle im Ursprungsland mangels ausreichender Behandlungskapazitäten deponiert würden, wenn sie nicht in den Niederlanden energetisch verwertet würden. Dies führe zu zusätzlichen Treibhausemissionen durch die Freisetzung von Methan, das energetische Potenzial der Abfälle werde nicht genutzt. Mit der Einfuhr von jährlich 1,7 Mio Tonnen Abfällen aus dem Ausland zur energetischen Verwertung machen die Anlagenbetreiber laut ihrem gemeinsamen Manifest nicht nur die Niederlande, sondern auch Europa als ganzes „ein Stück sauberer“.

Erneuerbare Energie für zwölf Mio Haushalte

Die vier Entsorger sehen sich als „Abfallvergrüner“ und „Global Player in der grünen Welt“, als „unverzichtbares Bindeglied beim Übergang in die Nachhaltigkeit“. Sie weisen in dem gemeinsamen Papier darauf hin, dass sie „aus Restmüll genauso viel nachhaltige Energie produzieren wie alle zwölf Mio niederländischen Solarmodule zusammen“ und 1,2 Mio Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgen. Außerdem seien sie für zahllose Fernwärmenetzbetreiber und Unternehmen begehrte Lieferanten von Wärme, Dampf und Druckluft. „Damit sind wir eine Alternative zur Verbrennung von importiertem Holz als Biomasse und verkleinern unseren ökologischen Fußabdruck“, heißt es in dem Manifest. Ebenso könnten sie den Erdgasverbrauch senken, argumentieren die Entsorger unter Verweis auf die Gewinnung von Biomethan aus Restmüll.

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