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Ecoprog: Müllverbrennung wächst weiter in Europa

Die Müllverbrennung boomt in Europa - dank Kreislaufwirtschaftspaket.
Die Müllverbrennung boomt in Europa - dank
Kreislaufwirtschaftspaket.
09.01.2020 − 

Die Müllverbrennung ist in Europa weiterhin ein Wachstumsmarkt. Wie das Beratungsunternehmen Ecoprog anlässlich der neuen Auflage seiner Waste-to-Energy-Studie mitgeteilt hat, ist in Europa in den kommenden Jahren mit einer steigenden Zahl an Inbetriebnahmen zu rechnen. In den kommenden fünf Jahren geht Ecoprog demnach davon aus, dass rund 50 zusätzliche Anlagen mit einer Kapazität von etwa 18 Mio Jahrestonnen in Betrieb gehen werden.

Die Hauptursache hierfür ist für Ecoprog die Abfallpolitik der EU. Diese führe zu einem neuerlichen Boom ausgerechnet in jenem Land, das die Union in diesem Jahr verlassen werde. So habe Großbritannien unter anderem für die Umsetzung der EU-Deponierichtlinie die Deponiesteuer im eigenen Land massiv erhöht. In der Folge seien die EBS-Exporte im Jahr 2018 auf 3,4 Mio Tonnen gestiegen.

Verbrennungssteuern erschweren UK-Exporte

In diesem Jahr werden die Exporte durch neue Steuern in den wichtigsten Zielländern Niederlande und Schweden deutlich erschwert, so Ecoprog. Als Folge steige der Druck, neue Kapazitäten im eigenen Land zu errichten. Auch in Polen sorge die gestiegene Deponiesteuer schon heute für einen höheren Entsorgungsdruck. Weitere Länder wie Frankreich oder Spanien hätten bereits höhere Deponieabgaben beschlossen oder diskutierten solche.

Vor allem das so genannte Kreislaufwirtschaftspaket der EU wird nach Ansicht von Ecoprog für einen weiteren Bedarf an thermischen Behandlungskapazitäten sorgen. Bis 2035 soll die Deponierung von Siedlungsabfällen auf 10 Prozent beschränkt werden – und zwar nach neuer statistischer Berechnung entsprechend des Output-Kriteriums.

"Zubau wird nicht mit dem Bedarf Schritt halten"

Selbst wenn die angepeilte EU-Recyclingquote von 65 Prozent im Jahr 2035 erreicht werden würde, würde dieses eine Notwendigkeit zusätzlicher Kapazität in der thermischen Abfallbehandlung in der EU bedeuten. Erst einmal könne die Abfallverbrennung also von der Beschränkung der Deponierung in Europa profitieren.

Das größte Problem der WtE-Branche in Europa ist deshalb auch weniger der Markt, als vielmehr geeignete Standorte und politische Widerstände in einigen Ländern. "Wir gehen davon aus, dass der Zubau an Verbrennungskapazitäten mit dem Bedarf nicht Schritt halten wird", sagte Ecoprog-Geschäftsführer Mark Döing. "Für die Betreiber bestehender Anlagen in Europa ist das natürlich grundsätzlich eine sehr gute Nachricht."

Den kompletten Bericht lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 03/2020. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht der Text bereits in unserem E-Paper zur Verfügung:

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