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Dänemark will Abfallimporte zur Verbrennung reduzieren


Dänemarks Klimaschutzminister Dan Jørgensen und
Umweltministerin Lea Wermelin bei der
Vorstellung neuer Recyclinginitiativen.
20.05.2020 − 

Mehr Recycling, eine stärkere Kreislaufwirtschaft und weniger Abfallverbrennung sind wichtige Schritte hin zu einer grünen Wende für Dänemark, so Dan Jørgensen, der Klimaschutzminister des Landes. „Es ist verrückt, dass wir große Mengen Abfälle nach Dänemark importieren”, sagte Jørgensen diese Woche bei der Präsentation von Initiativen der Regierung, um die Auswirkungen von Abfall auf das Klima zu verringern.

„Wir verbrennen zu viel und wir recyceln zu wenig”, sagte Umweltministerin Lea Wermelin auf der gleichen Veranstaltung. „Es gibt zu viele Verbrennungsanlagen in Dänemark, die, um ihre Öfen zu füllen, Abfall aus dem Ausland importieren”, so die Ministerin. Die Regierung kündigte an, das Parlament aufzufordern zu erörtern, wie das Land die Zahl seiner MVA reduzieren, ihre Effizienz steigern und die Einfuhr von ausländischem Abfall begrenzen kann.

Die dänische Regierung hat der Entsorgungswirtschaft eine Frist bis 2030 gesetzt, um Klimaneutralität zu erreichen. Ohne Maßnahmen zur Emissionsreduzierung wird der CO2-Ausstoß aus den Müllverbrennungsanlagen des Landes Schätzungen zufolge 2030 rund 1,5 Mio Tonnen CO2-Äquivalent und damit fast vier Prozent der Gesamtemissionen Dänemarks erreichen. Die Regierung sieht Kunststoffabfälle als einen wichtigen Faktor für die CO2-Emissionen und will 80 Prozent der Kunststoffe aus dem Restmüllstrom entfernen und auch weg von der Abfallverbrennung steuern. Aktuell wird die Menge an Kunststoffabfall, die in Dänemark in die Müllverbrennung geht, auf rund 370.000 Tonnen jährlich geschätzt.

Lea Wermelin wies darauf hin, dass der Ersatzbrennstoff, der von dänischen MVA importiert werde, im Allgemeinen einen höheren Kunststoffanteil aufweise als Abfälle zur Verbrennung aus dem Inland. Dies trage zu den CO2-Emissionen des Landes bei.

Dänemark ist nicht das einzige Land in der EU, das die Einfuhr von EBS zur energetischen Verwertung vermindern will. Am 1. Januar wurde in den Niederlanden die bestehende Steuer auf die Verbrennung von Abfällen von derzeit rund 32 € pro Tonne auf importierte Mengen ausgeweitet. Schweden erhebt seit Anfang April eine Steuer von knapp sieben € pro Tonne.

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