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Coronavirus: Quarantänehaushalte in der Schweiz sollen wieder Müll trennen

Mülltrennung
Auch unter Quarantäne sollen die Schweizer möglichst
ihren Abfall trennen.
17.04.2020 − 

Vom Coronavirus betroffene Haushalte in der Schweiz sollen nun doch ihren Müll trennen. Das ist einer aktuellen Empfehlung des Schweizer Bundesamtes für Umwelt (Bafu) zu entnehmen, die auf den 7. April datiert ist. Darin heißt es, dass Haushalte, in denen erkrankte oder unter Quarantäne stehende Personen leben, die Abfalltrennung weiterführen sollen.

Die separat gesammelten Abfälle dürften allerdings nicht von unter Quarantäne stehenden Personen zu den Sammelstellen gebracht, sondern sollten zu Hause gelagert werden, sofern es die Platzverhältnisse erlauben. Nur Haushalte, die nicht zu einer solchen Lagerung in der Lage seien, sollten auf die Abfalltrennung verzichten und alle Haushaltabfälle inklusive des Grünguts mit dem Kehricht entsorgen.

Damit lockert das Bafu in seiner neuerlichen Empfehlung seinen Mitte März unterbreiteten Regelungsvorschlag. Denn vor etwa vier Wochen hatte das Bafu den Kantonen in der Schweiz empfohlen, dass Haushalte mit erkrankten oder unter Quarantäne stehenden Personen aus hygienischen und infektionspräventiven Gründen ihren Abfall nicht trennen sollten. Um eine Infektionsgefahr auszuschließen, sollten auch die sonst in der Schweiz getrennt erfassten Abfallströme wie PET-Getränkeflaschen, Aludosen und Altpapier über den Restmüll entsorgt werden, hieß es. Bio- und Grüngutabfälle sollten ebenfalls über den Hausmüll entsorgt werden.

Abfälle spielen für die Übertragung des Coronavirus kaum eine Rolle

Wie das Bafu gegenüber EUWID erklärte, ist die erste Empfehlung unter Zeitdruck entstanden. Daher habe die Behörde nach dem Vorsorgeprinzip zunächst empfohlen, dass Quarantänehaushalte auf eine Getrenntsammlung verzichten sollten.

Die Aufhebung der Getrenntsammlung aus den vom Coronavirus betroffenen oder mutmaßlich betroffenen Haushalten sollte insbesondere einen Beitrag zum Social Distancing leisten. Es ging uns vor allem darum, dass die Menschen nicht zu den Sammelstellen fahren, sagte ein Experte des Bafu. Allerdings spielten Abfälle für die Übertragung des Coronavirus nach den aktuellsten Informationen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) kaum eine Rolle. Daher habe das Bafu seine Empfehlung zur Getrenntsammlung an den aktuellen Wissensstand über das Coronavirus angepasst.

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