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Coronakrise: Starker Nachfragerückgang bei Altkunststoffen erwartet

20.03.2020 − 

Ab nächster Woche wird ein deutlicher Nachfragerückgang im europäischen Kunststoff- und Kunststoffrecyclingsektor als Folge der Ausgangssperren in Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien erwartet. Dies berichtet der Weltrecyclingverband Bureau of International Recycling (BIR). Seine Momentaufnahme der Auswirkungen der Coronakrise auf die internationale Recyclingwirtschaft basiert auf Rückmeldungen der Mitglieder.

In den letzten Wochen verlief das Geschäft in Europa nach Angaben des BIR noch weitgehend auf dem gleichen Niveau mit stabilen Preisen und normaler Nachfrage. In China sei die Produktion wieder langsam angelaufen, aber die Auslastung der Werke sei noch weit vom wünschenswerten Niveau entfernt. Die meisten Recycler hätten starke Liquiditätsprobleme aufgrund des sehr langsamen Abflusses der Lagerbestände. Dies ist laut BIR auch eine Folge des starken Ölpreisrückgangs, der Kunden auf weiter sinkende Preise warten lässt, was wiederum die wirtschaftliche Erholung nicht unterstütze.

Stahlschrotthandel noch stetig

Auch der chinesische Altmetallmarkt erhole sich jetzt langsam, so das BIR. Der Verband weist auf die Preisrückgänge für Grundmetalle an den internationalen Metallbörsen hin, die sowohl bei Kupfer als auch Aluminium innerhalb eines Monats mehr als zehn Prozent erreichten. Der Handel mit Stahlschrott ist sowohl bei Schüttgut- als auch Containerfrachten nach Angaben des BIR noch stetig.

Neue Quarantänemaßnahmen für Schiffsmannschaften könnten jedoch zu Verzögerungen bei einigen Lieferungen führen. Bei rostfreien Stählen sei das Handelsgeschäft deutlich zurückgegangen, die Aufbereiter arbeiteten aber anscheinend noch fast normal weiter. Schrottzulieferer hätten allerdings das Geschäft mit Privatpersonen eingestellt, berichtet der Verband. Altgeräterecycler erwarten in Kürze eine Verlangsamung der Aktivitäten.

Textilrecycler befürchten Personalengpässe

Rückmeldungen aus dem Alttextilsektor deuteten auf höhere Schiffsfrachtpreise hin, die von den Reedereien mit der Verknappung von Containern begründet würden, berichtet das BIR. Sie ist nach Angaben des Verbands bedingt durch Verzögerungen beim Umschlag, die zuvor Länder wie China betrafen, aber jetzt auch zunehmend andere Teile der Welt. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Ausgangsbeschränkungen befürchten Textilrecycler, dass sich die Verfügbarkeit von Mitarbeitern zum Problem entwickeln könnte für Containerleerungen, Abholungen aus Gebrauchtwarenläden, Lkw-Transporte und Sortierung.

Den kompletten Bericht lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 13/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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