DS Smith fordert Ausnahmen für Papierverpackungen

Der Papier- und Verpackungskonzern DS Smith kritisiert die von EU-Kommission geplanten Mehrwegvorschriften im Entwurf der EU-Verpackungsverordnung. Mehrwegverpackungen aus Kunststoff sowie pauschale Mehrwegquoten für Verpackungen im Onlinehandel sind aus Sicht des Unternehmens der falsche Ansatz. Damit werde weder Verpackungsmüll reduziert, noch eine funktionierende Kreislaufwirtschaft gefördert, so der Konzern.

Mehrweglösungen aus Kunststoff würden aus fossilen Rohstoffen häufig material- und energieintensiv hergestellt. Und im Gegensatz zu Verpackungen aus Wellpappe gebe es einen zusätzlichen Aufwand für Bereitstellung, Reinigung und Rückführung der Mehrwegboxen, die auch bei Versendern und Verbrauchern zu Buche schlagen.

Wellpappe, die vollständig aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft bestehe, könne mehr als 20-mal recycelt werden. Der Recyclinganteil in Verpackungen aus Wellpappe liege bei etwa 80 Prozent. Der Papierkonzern fordert deshalb für papierbasierte Verpackungen eine Ausnahme von den Mehrwegvorgaben im Onlinehandel und bei Haushaltsgroßgeräten. Pauschale Mehrwegquoten für Verpackungen, wie sie im PPWR-Entwurf angedacht sind, seien in vielen Anwendungsfällen ökonomisch und ökologisch nicht vorteilhaft. Weiter fordert DS Smith eine faktenbasierte Betrachtung bei Ökobilanzen.

Um die Nachhaltigkeit von Verpackungslösungen weiter zu optimieren hat DS Smith sogenannte „Kreislauf-Design-Messgrößen“ entwickelt. Damit könne eine Verpackung anhand acht verschiedener Kriterien in Bezug auf Recyclingfähigkeit, erneuerbare Materialien und Optimierung der Lieferkette beurteilt und verglichen werden. Die Messgrößen zeigten wissenschaftlich fundiert und transparent die Eignung einer Verpackung für die Kreislaufwirtschaft und helfen, Bereiche mit Verbesserungspotenzial zu identifizieren. Erst kürzlich habe DS Smith für Playmobil eine E-Commerce-Verpackung entwickelt, die nicht nur mit Kreislauffähigkeit punkten könne, sondern ohne eine zusätzliche Versand-Umverpackung auskommt.

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