
In der weltweiten Rangliste der nach Umsatz größten Entsorgungsunternehmen ist die Spitzengruppe stabil geblieben. Unangefochten an erster Stelle steht der weltweit aktive französische Umweltkonzern Veolia mit einem Jahresumsatz von über 33 Mrd. € in den Geschäftsbereichen Abfall und Wasser 2025. Zuwächse bei den Entsorgungsaktivitäten glichen dabei Rückgänge im Bereich Wasser/Abwasser aus, insgesamt lag der Umsatz in diesen Bereichen auf dem gleichen Niveau wie 2023, der Basis für die vorangegangene Auswertung.
In den kommenden Jahren wird jedoch die Übernahme des US-Sonderabfallentsorgers Clean Earth Environmental Solutions, die vergangenen November vereinbart wurde, der Veolia-Abfallsparte neue Impulse geben. Clean Earth erwirtschaftete 2025 nach Angaben seiner Muttergesellschaft Enviri einen Umsatz von 975 Mio. US-Dollar (ca. 879 Mio. €). Der Vollzug der Transaktion wird Mitte dieses Jahres erwartet.
WM wieder auf europäischem Markt aktiv
Auf dem zweiten Rang folgt weiterhin Waste Management (WM) aus den USA. Das Unternehmen verzeichnete einen deutlichen Umsatzsprung dank der Übernahme des auf medizinische Abfälle spezialisierten Unternehmens Stericycle Anfang November 2024. Die Transaktion ließ den Jahresumsatz von WM, der 2024 noch bei 22 Mrd. US-Dollar lag, im folgenden Geschäftsjahr auf 25,2 Mrd. US-Dollar ansteigen.
Durch die Übernahme gewann der Entsorger, dessen Aktivitäten seit mehr als zwanzig Jahren auf Nordamerika konzentriert waren, auch wieder eine Präsenz in Europa. Die frühere Stericycle-Gruppe ist in Großbritannien und Irland in der Entsorgung medizinischer Abfälle tätig. Ihr Ableger Shred-It ist in beiden Ländern und in der Benelux-Region, Deutschland und Frankreich in der Aktenvernichtung aktiv. Der Umsatzbeitrag der gesamten Aktivitäten in Europa belief sich 2025 laut dem Jahresbericht von WM auf 326 Mio. US-Dollar (ca. 277 Mio. €).
Der drittgrößte Entsorger im Ranking, Republic Services, ist dagegen weiterhin ausschließlich in den USA und Kanada aktiv. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 16,6 Mrd. US-Dollar, was rund 14,1 Mrd. € entspricht.
Remondis auf dem vierten Rang
Auf dem vierten Rang folgt Remondis, das größte Entsorgungsunternehmen Deutschlands. Die Tochtergesellschaft der in Familienbesitz stehenden Rethmann-Gruppe erzielte 2024 einen Umsatz von 13,2 Mrd. €. Geschäftszahlen für 2025 wurden noch nicht veröffentlicht.
Remondis hat in den letzten Jahren zahlreiche kleinere und mittlere Unternehmen im Bereich Abfallwirtschaft und Recycling übernommen. Der Entsorger unterliegt jetzt in Deutschland aufgrund hoher Marktanteile in bestimmten Segmenten einer verstärkten wettbewerbsrechtlichen Überwachung.
Das Unternehmen tätigt auch zunehmend Zukäufe in verwandten Aktivitäten wie Industriereinigung und in Ländern außerhalb Deutschlands. So wurde im Januar der Kauf einer Beteiligung an der österreichischen Entsorgungsgruppe Saubermacher vereinbart. Außerhalb Europas ist Remondis auch in Nordafrika, Asien und Australien aktiv. Regional oder nach Aktivitätsbereichen aufgeschlüsselte Umsatzzahlen werden von dem Unternehmen oder seinem Mutterkonzern nicht veröffentlicht.
Suez: Fast sechs Mrd. € Umsatz in Abfallsparte
Der französische Umweltkonzern Suez liegt in dem Ranking weiterhin an fünfter Stelle. Der Jahresumsatz im Bereich Abfall und Recycling erreichte im vergangenen Jahr 5,9 Mrd. €, während aus dem Bereich Wasser/Abwasser ein Beitrag von 2,9 Mrd. € stammte.
Die Entsorgungsaktivitäten des Unternehmens konzentrieren sich nach wie vor weitgehend auf Frankreich sowie auf den britischen Markt, wo Suez 2023 zwei regionale Entsorger übernahm. Im vergangenen Jahr erwarb der Konzern in Italien eine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen Ecosistem, das auf Abfälle aus Industrie und Gewerbe spezialisiert ist. Mit dem Wassergeschäft ist Suez in weiteren europäischen Ländern, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum präsent.
(Fortsetzung unter der Grafik)

Auf dem sechsten Platz folgt das Unternehmen Waste Connections, das in den USA und sechs kanadischen Provinzen aktiv ist und sich auf nicht gefährliche Abfälle konzentriert. Der Entsorger erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 9,5 Mrd. US-Dollar bzw. umgerechnet rund 8,0 Mrd. € und tätigte 19 Zukäufe mit einem Gesamtwert von fast einer Mrd. US-Dollar. Im Vorjahr hatte Waste Connections dem damaligen Jahresbericht zufolge „Rekord-Übernahmeaktivitäten“ mit 24 Transaktionen im Gesamtwert von 2,2 Mrd. US-Dollar verzeichnet.
FCC mit gestärktem US- und UK-Geschäft
Der spanische Konzern FCC ist in den letzten beiden Jahren sowohl organisch als auch durch Übernahmen gewachsen und liegt im aktuellen Ranking auf Platz sieben. Seine Entsorgungsaktivitäten erzielten 2025 einen Umsatz von 4,7 Mrd. €, aus dem Bereich Wasser/Abwasser stammte ein Beitrag von 1,8 Mrd. €.
Das Unternehmen baute 2024 seine Präsenz im Vereinigten Königreich durch den Kauf der britischen Entsorgungsaktivitäten seines Wettbewerbers Urbaser aus und machte mit einer kleineren Übernahme seinen ersten Schritt auf den französischen Markt. Neben dem Heimatmarkt Spanien ist FCC mit seiner Abfallsparte in Europa auch in Portugal sowie sieben mittel- und osteuropäischen Ländern aktiv.
Zunehmendes Gewicht erlangen die Aktivitäten in den Vereinigten Staaten, wo FCC eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr zu den 15 größten Entsorgern gehörte. Während der Schwerpunkt im US-Markt auf Müllabfuhr und Abfallsortierung liegt, stieg das Unternehmen 2024 durch den Kauf der Müllverbrennungsanlage South Broward in Fort Lauderdale in Florida in die energetische Abfallverwertung ein.
Reduzierter Umsatz für GFL Environmental
Der in Kanada ansässige Entsorger GFL Environmental steht 2025 auf dem achten Platz der Rangliste. Das Unternehmen, das auch in 18 US-Bundesstaaten aktiv ist, erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 6,6 Mrd. kanadischen Dollar, was umgerechnet rund 4,1 Mrd. € entspricht, nach 7,9 Mrd. kanadischen Dollar ein Jahr zuvor.
GFL hatte mit Wirkung zum 1. März 2025 einen Anteil von 65 Prozent an seinem Geschäftsbereich „Environmental Services“ verkauft, der Aktivitäten in den Bereichen Bodensanierung und flüssige Abfälle bündelt. Die neuen Mehrheitseigner sind die Finanzinvestoren Apollo und BC Partners. GFL Environmental kündigte damals an, den Verkaufserlös zum Teil zum Schuldenabbau und zum Teil für neue Übernahmen im Bereich nicht gefährliche Abfälle zu nutzen.
Prezero und Paprec auf Rang neun und zehn
Auf Platz neun der Liste befindet sich der Entsorger Prezero, der zur deutschen Schwarz-Gruppe gehört. Der Mutterkonzern der Supermarktketten Lidl und Kaufland meldete für Prezero einen Umsatz von 3,9 Mrd. € im Geschäftsjahr 2023/24. Zahlen für das folgende Jahr wurden noch nicht veröffentlicht.
Hinter dem Unternehmen liegt eine Phase starken externen Wachstums von 2018 bis 2021. In dieser Zeit kaufte Prezero unter anderem die Aktivitäten von Suez in Deutschland und vier weiteren europäischen Ländern sowie den spanischen Entsorger Cespa. Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge in zehn Ländern aktiv.
Auf Platz zehn der Rangliste folgt die französische Paprec-Gruppe mit einem Umsatz von 3,5 Mrd. € im vergangenen Jahr. Das mehrheitlich in Familienbesitz stehende Unternehmen war ursprünglich auf Recycling- und Entsorgungsaktivitäten im Heimatmarkt Frankreich konzentriert.
Ab 2021 stieg Paprec mit Übernahmen der Anlagenbau- und Wartungsaktivitäten für Müllverbrennungsanlagen und Biomassekraftwerke der Unternehmen Tiru/Dalkia Wastenergy, CNIM und Inova Operations in die energetische Abfallverwertung ein. Der Anteil dieser Aktivitäten am Umsatz 2025 wurde nicht veröffentlicht.
Die genannten Umsatzzahlen basieren auf Geschäftsberichten und Unternehmensmitteilungen. Zum Teil umfassen die Beträge auch Anteile aus verwandten Bereichen wie zum Beispiel Straßenreinigung und Industriedienstleistungen, auch insgesamt sind die Aktivitätsspektren der einzelnen Unternehmen unterschiedlich zusammengesetzt.



