CO2-Speicherung in Abbruchbeton: Alluvia und Neustark mit weiterer Anlage in der Schweiz

Das Schweizer Recyclingunternehmen Alluvia und das Carbon-Removal-Start-up Neustark haben ihre Zusammenarbeit ausgebaut und eine neue CO2-Speicheranlage am Standort Mattstetten bei Bern in Betrieb genommen. Die Anlage ist in einen bestehenden Recyclingplatz integriert und kann jährlich bis zu 600 Tonnen biogenes CO2 dauerhaft in Abbruchbeton speichern.

Das abgeschiedene Kohlenstoffdioxid stammt aus der nahegelegenen Biogasanlage der Ara Region Bern AG und wird über eine Transportstrecke von rund 14 Kilometern nach Mattstetten gebracht. Dort wird es in einer von Neustark entwickelten Reaktionskammer mit aufbereitetem Abbruchbeton vermischt. Das im Beton enthaltene Calciumoxid reagiert mit dem CO2 zu stabilem Kalkstein (CaCO3), der sich dauerhaft im Material bindet. Dieser Prozess erzeugt zertifizierte Negativemissionen.

Der mit CO2 angereicherte Abbruchbeton wird im Anschluss von Alluvia zur Herstellung des eigenen Recyclingprodukts „green in grey carbo“ verwendet. Laut Alluvia-Geschäftsführer Gerd Aufdenblatten trägt der Standort dazu bei, Materialkreisläufe lokal zu schließen und Nachhaltigkeitskriterien wie die der Stadt Bern besser zu erfüllen. Die Kooperation mit Neustark sei Teil einer breiter angelegten Nachhaltigkeitsstrategie, zu der unter anderem auch der Ausbau von Photovoltaikanlagen und die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte gehören.

Während einer Testphase im Juli konnten in Mattstetten bereits 45 Tonnen CO2 gespeichert werden. Laut Johannes Tiefenthaler, Mitgründer und Co-CEO von Neustark, werde mit dieser Lösung nicht nur CO2 gebunden, sondern gleichzeitig der weltweit größte Abfallstrom – Beton – in eine CO2-Senke umgewandelt. Unternehmen wie Microsoft nutzen die durch den Prozess generierten Zertifikate zur Kompensation schwer vermeidbarer Emissionen.

Bereits im Jahr 2023 hatten Neustark und Alluvia eine CO2-Speicheranlage in Biberist im Kanton Solothurn in Betrieb genommen. Inklusive der neuen Anlage in Mattstetten betreibt Neustark den Angaben zufolge europaweit nunmehr 40 CO2-Abscheidungs- und Speicheranlagen, darunter auch mehrere in Deutschland. So startete im Frühjahr dieses Jahres die Remondis-Tochter Remex den Bau einer entsprechenden Pilotanlage in Recklinghausen. Auch die Firma Recular, ein Joint Venture von Peterbeton und Oettinger, betreibt seit Anfang dieses Jahres eine CO2-Speicheranlage mit Neustark-Technologie in Karlsruhe. Weitere Anlagen stehen beim Baustoffrecycler Feess in Kirchheim unter Teck und bei der Cemex-Tochter RC-Baustoffe in Berlin.

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