
Mit der Entwicklung eines innovativen Direktverfahrens für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien auf Basis von Nickel, Mangan und Cobalt (NMC) will Cellcycle in Großbritannien neue Standards setzen. Die Technologie ermögliche eine umweltfreundliche Trennung der Aluminiumfolie von Kathodenaktivmaterialien, die auf diese Weise zu mehr als 95 Prozent aus Abfällen der Batterieproduktion zurückgewonnen und „nahtlos wieder in den Fertigungsprozess integriert werden können“, wie Cellcycle letzte Woche mitteilte. Das Unternehmen gehört zu SE Recycling mit Sitz in Manchester, einem Anbieter von Lösungen für die Kreislaufwirtschaft, der sich auf die Verwertung von E-Schrott spezialisiert hat.
Im Vergleich zu herkömmlichen Recycling-Methoden, die extreme Temperaturen von bis zu 600 Grad erfordern, habe das Team von Cellcycle seine Rückgewinnungsergebnisse bei unter 80 Grad erreicht. Das sei ein sehr energieeffizienter Ansatz, der auch den CO₂-Ausstoß erheblich reduziere und „möglicherweise zusätzliche Prozesse wie Hydrometallurgie und Pyrometallurgie überflüssig macht“.
Raouf Hosseini, Associate Professor bei Cellcycle, kommentierte: „Derzeit verfügt das Land über keinerlei Raffineriekapazitäten im kommerziellen Maßstab, doch die Nachfrage nach der Rückgewinnung kritischer Mineralien wird mit der Inbetriebnahme weiterer Gigafactories in den kommenden Jahren erheblich steigen.“ Das Direktrecycling sei daher „ein wichtiger Schritt nach vorn für die Batterieindustrie“, insbesondere in Großbritannien. Indem es mit weniger Energiebedarf und umweltfreundlicheren Lösungsmitteln als andere, mehrstufige Verfahren funktioniere, ebne es den Weg für eine „widerstandsfähigere Batterielieferkette“, so Hosseini weiter über die Adressierung spezifisch europäischer Herausforderungen.



