Carbios: Fertigstellung des Werkes in Longlaville verzögert sich erneut

Der französische Biorecycler Carbios bekräftigte gestern seine Pläne, die erste industrielle Anlage für enzymatisches Recycling von PET-Abfällen im nordfranzösischen Longlaville fertigzubauen. Allerdings werde sich die Wiederaufnahme der Bauarbeiten mindestens um weitere drei Monate verzögern. Zuletzt war das Unternehmen davon ausgegangen, die seit Jahresanfang ruhenden Arbeiten vor Jahresende wieder aufnehmen zu können.

Carbios habe deutliche Fortschritte bei der Finanzierung des Werkes und der Vorabvermarktung der künftigen Produktion gemacht, so die aktuelle Mitteilung. Im laufenden Jahr seien Vorverträge über nahezu 50 Prozent der künftigen Produktionskapazität des geplanten Industriestandorts mit Kunden aus der Kosmetik-, Textil- und Reifenzuliefererbranche abgeschlossen worden. In naher Zukunft sollen voraussichtlich 70 Prozent erreicht werden.

Auch bei der Finanzierung ist Carbios nach eigenen Angaben seinem Ziel nahe. Neben den bestätigten öffentlichen Fördermitteln in Höhe von 42,5 Mio. € stünden noch einzelne private Finanzierungsbausteine aus. Carbios beziffert diesen Anteil auf rund zehn Prozent der benötigten Summe und strebt den Abschluss bis Ende des ersten Quartals 2026 an. Sollte dies gelingen, könnte die Anlage in der ersten Hälfte des Jahres 2028 in Betrieb gehen.

Neben dem Werksbau in Longlaville will sich Carbios auch auf die weitere Kommerzialisierung von Technologielizenzen konzentrieren. Erst Anfang des Monats hatte Carbios eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen Wankai New Materials zur großumfänglichen Einführung der PET-Biorecyclingtechnologie in Asien unterzeichnet. Das Unternehmen strebt an, weitere Lizenzen in Europa sowie in Nord- und Südamerika zu vermarkten.

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