Drei große sozialwirtschaftliche Textilsammler aus Belgien – Les Petits Riens, Terre und Oxfam Belgique – schlagen gemeinsam Alarm: Ohne eine Übergangsfinanzierung von 206 € pro erfasste Tonne Altkleider drohen Sammelstopps, reduzierte Containerdichten und Kostenverlagerungen auf die Kommunen. Hintergrund sind wie in Deutschland rasch zunehmende Mengen minderwertiger Ware, drastisch gestiegene Sortier und Entsorgungskosten sowie die seit Jahresbeginn geltende EU-Vorgabe zur getrennten Erfassung von Textilien.
Die Organisationen berichten von einem Zuwachs der Sammelmengen um knapp 13 Prozent im letzten Jahr und einem weiteren Plus im ersten Halbjahr 2025 von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die seit Januar europaweit geltende Pflicht zur getrennten Sammlung habe einen zusätzlichen Mengenschub ausgelöst. Wesentlicher Treiber sei jedoch die überwältigende Flut billiger Fast und Ultra Fast Fashion Artikel, die nach sehr kurzer Nutzungsdauer im Sammelsystem landen – überproportionalen Sortier und Entsorgungsaufwand verursachen und die Verkaufserlöse drücken.
Im Vergleich zählen sich die Belgier zu den Spitzenreitern im Sammelsektor mit den „europaweit besten Ergebnissen“: Sie verweisen auf eine Erfassungsquote von fast 60 Prozent der in Verkehr gebrachten Textilien, während beispielsweise in Frankreich – mit einem seit fast 15 Jahren bestehenden, herstellerfinanzierten System – die Quote nur bei rund 30 Prozent liege.
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