
Das niederländische Entsorgungsunternehmen AVR hat den Betrieb in seiner MVA Rozenburg bei Rotterdam wieder aufgenommen, die seit einem Großbrand im September 2023 stillgestanden hatte. Drei der sieben Linien der Anlage seien am 1. Oktober wieder angelaufen, teilte AVR am vergangenen Freitag mit.
Die verbleibenden vier Linien werden ebenfalls noch in diesem Jahr wieder in Betrieb gehen, so das Unternehmen.
Ende September 2023 war in der zentralen Turbinenhalle des Standorts ein Großbrand ausgebrochen, der unter anderem den Kraftwerksteil und die Elektrizitätsversorgung zerstörte. Die Abfallverbrennungsanlage war am stärksten von den Schäden betroffen. Auf dem Gelände befinden sich außerdem ein Biomassekraftwerk, das Altholz einsetzt, eine Hausmüll-Sortieranlage und eine Kläranlage. Diese mussten ebenfalls den Betrieb unterbrechen, konnten ihn jedoch bereits Ende letzten Jahres wieder aufnehmen.
Die MVA ist auf die Behandlung von jährlich bis zu 1,3 Mio Tonnen Restmüll ausgelegt, der vorwiegend aus der Region um Rotterdam stammt. Sie ist ebenfalls ein wichtiger Energielieferant für das Fernwärmenetz. Im vergangenen Winter hatte AVR in Zusammenarbeit mit den Energieversorgern Vattenfall und Eneco drei provisorische Heizkesselanlagen an dem Standort aufgestellt, um die Wärmeversorgung während des Stillstands der MVA zu sichern.
In der Mitteilung vom vergangenen Freitag dankte AVR öffentlichen und privaten Stellen und Organisationen für deren Unterstützung im zurückliegenden Jahr. „Dass wir bereits nach einem Jahr wieder Restmüll behandeln können, wäre ohne die Hilfe vieler Instanzen und Unternehmen nicht möglich gewesen“, so der Entsorger.
Während des Anlagenstillstands waren Abfälle zum Teil an andere Verbrennungsanlagen geliefert und zum Teil zwischengelagert worden, unter anderem an einer Deponie des Wettbewerbers Attero in Tilburg. Die Schließung der MVA wirkte sich auch auf die internationalen Ströme von Verbrennungsabfällen und auf den Verbrennungsmarkt in Deutschland aus.



