Ascend Elements und GEM planen Kooperation für Batteriekreislauf in Europa

Die beiden Batteriematerialspezialisten Ascend Elements aus den USA und der chinesische Konzern GEM haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um eine mögliche Zusammenarbeit zu prüfen. Im Zentrum des gemeinsamen Interesses steht der Aufbau eines europäischen Netzwerks für das Recycling von Lithium-Ionen-Akkus, die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe sowie die Herstellung neuer Kathodenmaterialien. Damit wollen die Partner eine lokalisierte, geschlossene Wertschöpfungskette schaffen, die sowohl den Marktanforderungen als auch den gesetzlichen Vorgaben – etwa der EU-Batterieverordnung und der geplanten Batteriepass-Initiative – entspricht.

Ascend Elements bringt in die Kooperation nach eigenen Angaben seine operative und kommerzielle Präsenz in Europa ein. Diese wird derzeit vor allem in Polen sichtbar, wo das Unternehmen in der mechanischen Aufbereitung von Altbatterien zu Schwarzmasse aktiv ist und zuletzt den Bau einer eigenen pCAM-Fabrik angekündigt hat. Dort soll die Schwarzmasse künftig direkt zu Kathodenvorläufern verarbeitet werden. Für das Projekt hatte die polnische Regierung im Mai wie berichtet Fördermittel in Höhe von bis zu 320 Mio US-Dollar in Aussicht gestellt. 

Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen mit Hauptsitz in Massachusetts einen zweiten Verarbeitungsweg für Schwarzmasse: Anfang September meldete Ascend Elements, dass erstmals die Herstellung von über 99 Prozent reinem Lithiumcarbonat im kommerziellen Maßstab gelungen sei – auf einer Lithiumrückgewinnungslinie mit 3.000 Tonnen Jahreskapazität. Auf Basis dieses Erfolgs am Standort Covington (Georgia) will das Unternehmen in den USA und Europa bis 2027 insgesamt mehr als 15.000 Tonnen recyceltes Lithiumcarbonat pro Jahr produzieren und dazu auch eine eigene europäische Anlage errichten. Damit könnte Ascend Elements künftig beide zentrale Vorprodukte für die Kathodenfertigung bereitstellen: Kathodenvorläufer (pCAM) und Lithiumcarbonat.

Die Rolle von GEM in der geplanten amerikanisch-asiatischen Kooperation wird sich vor allem auf die umfangreiche Erfahrung in der industriellen Skalierung von Technologien und in der Massenproduktion recycelter Metalle beziehen, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung. Eigenen Angaben zufolge ist das 2001 in der südchinesischen Wirtschaftsmetropole Shenzhen gegründete Unternehmen heute einer der größten Akteure im globalen Batterierecycling, wobei die Rückgewinnung von Rohstoffen ähnlich wie bei Ascend Elements eng mit der Neuproduktion technischer Materialien verknüpft ist. 

Laut Informationen auf der Homepage verfügt GEM über eine jährliche Demontagekapazität von rund 215.000 Tonnen ausgedienter Energiespeicher aus E-Fahrzeugen und kann pro Jahr rund 200.000 Tonnen Schwarzmasse weiterverarbeiten. Seinen Anteil am chinesischen Markt für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien beziffert der Konzern auf mehr als zehn Prozent.

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