Der Kölner Sortiermaschinenbauer Steinert hat seine Sortier-Produktreihe „MSort“ dahingehend erweitert, dass sie jetzt auch hitzebeständiges Glas und Kunststoff als Störstoffe ausschleusen kann. Die neue Funktion stehe nicht nur für Neuanlagen zur Verfügung, sondern auch als Upgrade für bestehende Sortiersysteme, teilte das Unternehmen mit. Damit sollen sich ältere Maschinen technisch nachrüsten lassen, ohne dass aufwändige Aus- und Einbauarbeiten erforderlich sind.
Nach Angaben von Steinert kann das System neben Keramik, Steinen, Keramik und Metall hitzebeständiges Glas sowie Kunststoff in Kombination mit der Farbsortierung in einem einzigen Arbeitsschritt erkennen und aussortieren. Das Unternehmen verweist darauf, dass dafür keine zusätzliche, kostenintensivere Technik nötig sei. Als Beispiel nennt Steinert ein 14 Jahre altes Sortiersystem eines langjährigen Glasrecycling-Kunden, das bereits mit der neuen Lösung ausgerüstet worden sei.
Hintergrund der Entwicklung ist die Anforderung im Altglasrecycling, einen möglichst sauberen Scherbenstrom für das Remelt von Verpackungsglas bereitzustellen. Hitzebeständiges Glas gilt dabei als Störstoff, weil es sich in Zusammensetzung und Schmelzverhalten vom üblichen Behälterglas für Flaschen und Gläser unterscheidet. Zu den von Steinert genannten Stoffen, die nicht in den normalen Verpackungsglasstrom gehören, zählen insbesondere Mikrowellen-, Ofen- und Kochgeschirrglas sowie Spezialgläser wie Ceranfelder und Schutzscheiben von Kaminen.
Die Sortieraufgabe beschreibt das Unternehmen als anspruchsvoll, weil sich sowohl Kunststoffe als auch hitzebeständiges Glas optisch dem Weißglas annähern könnten. Zur Unterscheidung hätten die Entwickler Wellenlängen außerhalb des sichtbaren Spektrums genutzt und dafür zahlreiche Glasscherben getestet und ausgewertet. So soll es möglich geworden sein, beide Stoffgruppen mit vergleichsweise einfacher Sensortechnik zu detektieren.
Die Neuentwicklung befindet sich laut Steinert bereits seit mehreren Monaten im praktischen Einsatz. Bei dem genannten Kunden hätten die jüngsten Tests gezeigt, dass das System hitzebeständiges Glas zu 99 Prozent detektiert und ausschleust. Für den Betreiber habe das Upgrade nur wenige Tage in Anspruch genommen, während Umbauten an der Anlage nicht erforderlich gewesen seien.




