Sprind schreibt Innovationswettbewerb zur Rückgewinnung kritischer Metalle aus E-Schrott aus

Mit der neuen Challenge „Tech Metal Transformation“ will die Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind) technologische Durchbrüche im Recycling kritischer Metalle aus Elektroschrott fördern. Ziel des Wettbewerbs ist die Entwicklung eines energie- und ressourceneffizienten End-to-End-Prozesses zur selektiven Rückgewinnung seltener und wirtschaftlich bedeutender Metalle aus komplexen Abfallströmen. Interessierte Teams aus Forschung und Wirtschaft können sich noch bis zum 7. November bewerben.

Weniger als ein Prozent des europäischen Bedarfs an kritischen Rohstoffen stammt derzeit aus Recyclingprozessen, heißt es in der Ausschreibung des Projektes. Dabei seien Metalle wie Kobalt, Indium, Tantal oder Seltene Erden essenziell für Batterien, Elektronik oder erneuerbare Energien. Die Abhängigkeit Europas von wenigen Förderländern – insbesondere China – birgt laut Sprind erhebliche wirtschaftliche und geopolitische Risiken. Gleichzeitig geht der Großteil dieser Metalle beim konventionellen Recycling verloren. Im Critical Raw Materials Act der EU ist bis 2030 allerdings eine Recyclingquote von mindestens 25 Prozent für kritische Rohstoffe vorgesehen.

Von der neuen Challenge erhofft sich die Bundesagentur disruptive Recyclingansätze, die bestehende Verfahren deutlich übertreffen sollen. Die teilnehmenden Teams sollen nicht nur reine Metalle zurückgewinnen, sondern daraus funktionale Materialien mit direktem Anwendungspotenzial entwickeln – etwa Metallsalze, Nanopartikel oder High Entropy Alloys. Im Fokus stehen Verfahren, die chemisch-selektive Trennungen, biologische Prozesse und mechanische Vorbehandlung kombinieren und möglichst ohne hohe Temperaturen oder großen Chemikalieneinsatz auskommen.

Das Programm ist auf insgesamt drei Jahre angelegt und in drei Stufen unterteilt. In der ersten Phase sollen die Teams ihre Recyclingstrategie anhand einheitlicher Referenzmaterialien – insbesondere Leiterplatten – validieren und mindestens ein funktionales Endprodukt demonstrieren. In den beiden folgenden Stufen steht zunächst die Prozessintegration und Effizienzsteigerung, später die Entwicklung eines skalierbaren Demonstrators im industriellen Umfeld im Mittelpunkt.

Für die erste Stufe stellt Sprind pro Team bis zu 1,5 Mio € bereit. In den beiden folgenden Projektphasen können Fördermittel von bis zu 2,0 bzw. 2,5 Mio € pro Team beantragt werden. Insgesamt sollen zunächst vier bis acht Teams ausgewählt werden. In der zweiten Stufe bleiben noch drei bis sechs Teams übrig, und in der letzten Stufe sind dann nur noch zwei bis vier Teams im Rennen. In Summe könnten somit Fördergelder von bis zu 34 Mio € ausgeschüttet werden.

Der Startschuss für den Wettbewerb fällt mit dem „Pitch-Day“ Anfang Dezember, in dessen Rahmen die Teilnehmer ausgewählt werden sollen. Der Abschluss der Challenge und die Verkündung des Gewinnerteams ist für Ende 2028 geplant.

Sprind begleite die Projekte mit fachlicher Unterstützung und stelle den Kontakt zu Expertinnen, Partnern und möglichen Abnehmern her, heißt es weiter. Bewerben können sich Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups aus der EU, Großbritannien, der Schweiz, Norwegen, Island und Israel. Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass die Projektarbeit nicht bereits durch andere öffentliche Mittel gefördert wird.

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