Projekt „Restore“: EU fördert direktes Recycling von Lithium-Ionen-Batterien

Die EU finanziert im Rahmen des Horizon-Europe-Programms ein Innovationsprojekt, um die Verwertung von Lithium-Ionen-Batterien aus E-Fahrzeugen und Elektrogeräten ganzheitlich und skalierbar zu gestalten. Dafür steht 20 europäischen Partnern aus Forschung und Industrie in den kommenden drei Jahren ein Gesamtbudget von rund acht Mio € zur Verfügung. Das Projekt „Restore“ verfolgt das Ziel, Recyclingprozesse zu verkürzen, die Rückgewinnung von reinen Batteriematerialien zu maximieren und diese in so hoher Qualität zur Verfügung zu stellen, dass sie direkt wieder in die Produktion von Energiespeichern fließen können.

Während sich konventionelle Verfahren vor allem auf Metalle wie Lithium, Kobalt oder Mangan konzentrieren, stehen bei dem Mitte Januar offiziell gestarteten Projekt auch jene Rohstoffe im Fokus, die bisher beim Recycling durch den Einsatz von Säure, Wärme oder chemische Reaktionen meist verloren gehen: zum Beispiel Elektrolyt, einschließlich des Elektrolytsalzes und der Lösungsmittel, organische Bindemittel, Graphit und aktives Kathodenmaterial (CAM). Um auch diese Materialien zu erhalten, setzt „Restore“ auf hochmoderne Trenntechnologien, heißt es in der Beschreibung des Vorhabens von der Europäischen Kommission.

Als Lösungsansatz werden drei zentrale Bausteine genannt, die sich auf verschiedene Prozessschritte beziehen: Erstens streben die Konsortiumspartner bei der vorgelagerten Behandlung von Alt-Akkus eine sichere, automatisierte Sortierung an und die Befreiung von Nicht-Batterie-Materialien aus EV-Batteriepacks, damit diese nicht in den nachgelagerten Prozess gelangen. Zweitens sei eine verbesserte Vorverarbeitung von Batteriematerialien notwendig, um aktive und nicht-aktive Materialien effektiv zu trennen und hohe Reinheitsgrade zu gewährleisten. Drittens sollen beim nachgelagerten Prozess alle wertvollen Komponenten extrahiert und bis zur Batteriequalität gereinigt werden, um sie anschließend direkt wiederverwenden zu können.

Das Vorhaben „Restore“ läuft bis Dezember 2028 und wird vom spanischen Technologiezentrum Leitat koordiniert. Aus dem Forschungsbereich arbeiten weitere renommierte Institutionen wie die Fraunhofer-Gesellschaft, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, das Flämische Institut für Technologische Forschung (VITO) und die norwegische Universität Agder mit. Von Seiten der Industrie beteiligen sich an dem Projekt unter anderem der Batterierecycler Accurec und der Elektrolyt-Produzent E-Lyte aus Deutschland, der Chemiekonzern Solvay, das schwedisch-schweizerische Energie- und Automatisierungsunternehmen ABB und die Recyclingsparte Revolt des angeschlagenen Batterieherstellers Northvolt. „Restore“ soll laut EU-Kommission einen wichtigen Beitrag leisten, um praxisnahe Verwertungslösungen in die Umsetzung zu bringen und die Vorgaben der europäischen Batterieverordnung und des Critical Raw Materials Act (CRMA) für 2030 zu erfüllen.

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