
Die Universität Duisburg-Essen hat in Zusammenarbeit mit Partnern aus den Branchen Müllverbrennung und Aufbereitung sowie aus der Zementindustrie einen neuen Prozess zur Verwertung von Müllverbrennungsasche entwickelt. Ziel des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts „EMSARZEM“ ist es, neben der Rückgewinnung von Metallen auch die mineralische Fraktion zur Zementherstellung zu nutzen. Ein erster Praxistest im Industrieformat im vergangenen Juli verlief den Angaben zufolge erfolgreich.
Wie die Universität erläutert, enthält die Feinfraktion von Müllverbrennungsaschen durchschnittlich 0,3 bis 0,5 Prozent Kupfer. Während der Abbau von Kupfererz bereits ab einem Mindestgehalt von 0,3 Prozent als wirtschaftlich gelte, lohne sich die Gewinnung von Kupfer aus Müllverbrennungsasche allerdings nur dann, wenn auch die verbleibende mineralische Fraktion weiterverwertet werden könne. Unter der Leitung der GKS-Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH haben die insgesamt neun Partner des Projekts „EMSARZEM – Einsatz von Müllverbrennungsschlacke als Rohstoff für die Zementherstellung“ daher ein wirtschaftliches, industriell umsetzbares Verfahren im Sinne des Urban Minings entwickelt.
Bei dem Prozess wird Asche mit einer Körnung von null bis zehn Millimeter zunächst in verschiedenen Stufen gemahlen. Mit verschiedenen Trennverfahren werden sodann unterschiedliche Wertstoffe extrahiert. Dabei werden die Metalle weitestgehend von der mineralischen Fraktion abgetrennt und wieder in die Metallproduktion übernommen. Der deutlich größere Rest – das Mineralgut – werde abhängig von seiner Korngröße gesäubert, als Rohstoff der Zement- und Betonproduktion zugeführt oder als Ersatz für natürliche Gesteinskörnungen in Betonanwendungen genutzt.
„Mit diesem Prozess können aus einer ursprünglich wertlosen Menge – wertlos deshalb, da sie im Abfall extrem fein verteilt ist –, theoretisch 8.000 Tonnen pro Jahr eines Kupferkonzentrates separiert werden. Darin wären ca. 2.800 Tonnen Kupfer, 20 Tonnen Silber und 100 Kilogramm Gold enthalten“, erklärt Professor Rüdiger Deike vom Lehrstuhl Metallurgie und Umformtechnik an der Universität Duisburg-Essen. Allerdings wäre die Gewinnung nur dann wirtschaftlich möglich, wenn die mineralische Fraktion auch verwertet werden könne. Laut GKS-Geschäftsführer Ragnar Warnecke trägt das Projekt EMSARZEM mit dazu bei, „durch die thermische Abfallverwertung zukünftig Rohstoffe zu gewinnen, die sonst unwiederbringlich verloren wären“.



