Konsortium will Kunststoffabfälle aus der Dialyse recyceln

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Für kunststoffbasierte Dialyse-Einwegprodukte, die üblicherweise als medizinische Abfälle verbrannt werden, soll ab Juni eine praxisnahe Prozesskette für das Recycling aufgebaut und erprobt werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben „Dialycycle“ laut Projektdatenbank mit rund 295.000 €. Im Fokus stehen gebrauchte Dialysatoren und Blutschlauchsysteme – davon fallen pro Behandlung mindestens 2,5 Kilogramm an, wie das beteiligte Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation (KfH) angibt. Bundesweit summiere sich dies auf rund 35.000 Tonnen pro Jahr. 

Ziel des Projekts sei es, ein wirtschaftlich tragfähiges und übertragbares Geschäftsmodell zur werkstofflichen Verwertung der noch ungenutzten klinischen Kunststoffabfälle zu entwickeln. Damit soll erstmals eine Alternative zur bisherigen Verbrennung entstehen. Das teilte das KfH mit, das als einer der großen Dialyseanbieter in Deutschland mit mehr als 17.400 Behandlungspatienten seine Erfahrung in der Stoffstromanalyse, Abfallerfassung und verwertungsoptimierten Sammellogistik in das Vorhaben einbringen will. In ausgewählten KfH-Nierenzentren sollen die entsprechenden Materialströme analysiert und Konzepte für eine recyclinggerechte Desinfektion und Sammlung ausgearbeitet und getestet werden. 

Ein Schwerpunkt liege zudem auf den rechtlichen Rahmenbedingungen im Umgang mit kontaminierten medizinischen Abfällen. Diese seien in der Praxis komplex und erforderten bei Recyclingvorhaben häufig spezifische Genehmigungen, heißt es in der Mitteilung. Das Projekt könne hier zusätzliche Erfahrungen liefern und perspektivisch Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung etablierter Regelungen aufzeigen.

Koordiniert wird „Dialycycle“ vom Technologienetzwerk Circular MTC in Chemnitz. Zum Konsortium gehören neben den Dialyseanbietern KfH und der gemeinnützigen Stiftung Patienten-Heimversorgung PHV auch der Recyclingbetrieb BEOS Polymer sowie die Kunststoffverarbeiter PolyM Manufaktur und Gerflor Mipolam. Als assoziierter Partner ist außerdem Remondis Medison, die medizinische Entsorgungssparte des Konzerns mit Expertise in der Dekontamination von Abfällen, beteiligt.

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