Der britische Schrottverwerter European Metal Recycling (EMR) hat den Abschluss des vierjährigen Projekts „Recovas“ zur Schaffung einer nationalen Kreislaufwirtschaft für E-Fahrzeug-Akkus bekanntgegeben. Insgesamt waren neun Industrie- und Forschungspartner beteiligt, darunter Akteure aus dem Automobilsektor wie Jaguar Land Rover, Bentley Motors und BMW. Dem Konsortium unter Leitung von EMR sei es gelungen, eine „Blaupause“ dafür vorzulegen, „wie Großbritannien die wachsende Menge an EV-Batterien, die das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen, nachhaltig verwalten kann“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Ziel war es, Second-Life-Anwendungen, Wiederaufbereitung und Recycling technisch und organisatorisch zu einer durchgängigen Wertschöpfungskette zu verknüpfen.
Das Gesamtbudget von „Recovas“ belief sich auf 8,9 Mio Pfund, was etwa 7,85 Mio € entspricht. Knapp die Hälfte der Mittel wurde vom Advanced Propulsion Centre (APC), einer von Regierung und Industrie getragenen britischen Förderorganisation für nachhaltige Fahrzeugtechnologien, bereitgestellt. EMR hat laut eigenen Angaben im Rahmen des Projekts eine Summe in Millionenhöhe in eine neue Batterierecyclinganlage am Standort in Birmingham investiert, die auf eine jährliche Verarbeitungskapazität von 2.000 Tonnen ausgelegt ist und 14 Arbeitsplätze schaffe.
Außerdem berichtet das Konsortium, mehrere technische und strategische Teilziele erreicht zu haben: BMW, Jaguar Land Rover und Bentley Motors definierten technische Leitlinien für die Konstruktion wiederverwendbarer und recyclinggerechter EV-Batterien. Mobile Test- und Remanufacturing-Einheiten vom Projektpartner Autocraft Drivetrain Solutions sollen es künftig ermöglichen, Altbatterien effizient zu prüfen, zu reparieren und zum Beispiel für stationäre Energiespeicher aufzubereiten. Für diese Form der Zweitnutzung erarbeitete Connected Energy ein Geschäftsmodell. Parallel erforschte die Universität Warwick neue Methoden zur Rückgewinnung von Lithium und anderen wertvollen Metallen aus Schwarzmasse, die beim mechanischen Zerkleinern von Batteriezellen entsteht. Aspekte der Sicherheit und des Umgangs mit Gefahrstoffen wurden von der britischen Aufsichtsbehörde für Arbeitsschutz Health & Safety Executive (HSE) untersucht. Und das UK Battery Industrialisation Centre (UKBIC) erstellte Lebenszyklusanalysen und ökonomische Bewertungen.
„EMR ist sehr stolz, das Recovas-Konsortium geleitet zu haben“, erklärte Alexander Thompson, Innovationsmanager des Unternehmens. Es habe sich gezeigt, dass funktionierende Kreislauflösungen für EV-Batterien in nur vier Jahren „vom Konzept in die Realität“ überführt werden können, wenn Experten aus dem Recycling-, Automobil- und Energiesektor zusammenarbeiten. Die entstandenen Partnerschaften sollen Thompson zufolge über das Projektende hinaus bestehen bleiben, um den wachsenden Industriezweig weiter voranzubringen.




