KI soll Meeresmüll per Satellitenbild aufspüren

Ein neues Detektionssystem soll künftig Künstliche Intelligenz und Satellitenbilder zur präzisen Ortung von Mülllansammlungen im Meer verwenden. Das von Forschenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), des Swiss Data Science Center (SDSC) und der niederländischen Universität Wageningen entwickelte Verfahren soll vor allem das Einsammeln von Plastikabfällen vereinfachen.

Laut einem Artikel auf der EPFL-Website werden im Rahmen des Projektes „AI for Detecting Ocean Plastic Pollution with Tracking (Adopt)“ zwei Systemkomponenten entwickelt: Eine, die dazu dient, Müllstrudel durch Analyse von Satellitenbildern zu identifizieren, und eine, die vorhersagen soll, wohin die Abfälle bis zum Eintreffen eines Reinigungsteams treiben.

Das Projektteam hatte zunächst mit frei zugänglichen Daten von Sentinel-2-Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gearbeitet. Da diese jedoch einen bestimmten Punkt im Ozean nur einmal alle sechs Tage überfliegen und ihre Bilder haben eine relativ geringe Auflösung haben sei es schwierig gewesen, Treibgut zu verfolgen. Die Forschenden entwickelten daher ein KI-System, das auch mit Daten von Nanosatelliten trainiert wurde, die täglich Bilder in einer höheren Auflösung aufnehmen.

Adopt kann allerdings dennoch nur große Ansammlungen von Plastik und anderem Treibgut erkennen – nicht etwa einzelne Flaschen. Zudem funktioniere das System bei schlechtem Wetter nicht gut. Eine Option zur Verbesserung wäre, künftig auch Radarbilder der ESA mit einzubeziehen. Dies könne allerdings nicht mehr im Rahmen des aktuellen Projektes erfolgen, da dieses bereits im Herbst endet.

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