Hochschule Düsseldorf startet Projekt für zirkuläres Bauen

Mit dem Projekt Kohab will die Hochschule Düsseldorf (HSD) den Weg zur Rückgewinnung und Wiederverwendung von Baustoffen in der Praxis ebnen. Herzstück wird ein Bauteillager als städtisches Reallabor; über eine digitale Plattform sollen künftig Materialflüsse erfasst und gesteuert werden. Ergänzend dazu sind temporäre Lern- und Dialogräume vorgesehen, um Wissen über ressourcenschonendes, zirkuläres Bauen in die Stadtgesellschaft zu tragen.

In einer ersten Projektphase werden laut HSD zunächst Bedarfe und rechtliche Voraussetzungen ermittelt sowie ein Flächen- und Funktionsprogramm und ein sogenanntes Urban-Mining-Kataster erarbeitet. Anschließend soll der Lagerbetrieb prototypisch laufen, um Logistik, Digitalisierung und weitere Prozesse praktisch zu erproben und so belastbare Daten für skalierbare Geschäfts- und Wertschöpfungsmodelle zu gewinnen.

In der systematischen Wiederverwendung gebrauchter Bauteile sieht die Hochschule ein großes Potenzial zur Reduktion von Emissionen: Im Raum Düsseldorf könnten den Schätzungen zufolge jährlich bis zu 5.750 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalente vermieden werden. Übertragen auf die Metropolregion Rhein-Ruhr ergebe sich eine potenzielle Einsparmenge von rund 125.000 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr. 

Das Vorhaben „Kompetenzzentrum für zirkuläre(s) Handwerk und Bauwirtschaft: Ein Bauteillager als Reallabor für Bildung, Transfer und Baukultur im Kreislauf (Kohab)“ ist am 1. November an den Start gegangen und läuft bis Ende Oktober 2028. Es wird durch das Land Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit der EU im Rahmen des EFRE/JTF-Programms „CircularCities.NRW“ mit etwas mehr als einer halben Mio. € gefördert. Insgesamt ist ein Projektbudget von rund 2,37 Mio. € angesetzt, das sich auf fünf Verbundpartner verteilt: die HSD, die Stadt Düsseldorf mit dem Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz sowie die Unternehmen Concular, Sustina und Laarakkers Resource, die auf kreislauforientierte Prozesse im Baubereich spezialisiert sind.

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