
Das Fraunhofer-Zentrum für Elektromobilität (FZEB) will zusammen mit Partnern aus Forschung und Industrie das direkte Recycling von Lithium-Ionen-Batterien voranbringen. Dabei steht die schonende Rückgewinnung von Kathodenaktivmaterialien und deren Aufbereitung für die Wiederverwendung im Fokus – anstelle der Extraktion einzelner Metalle. Ziel des Verbundprojekts „ProBatman“ ist es, die Prozesskette so zu optimieren, dass Ausbeute und Reinheit steigen und das Verfahren damit für Batteriehersteller und spezialisierte Recycler attraktiv wird.
Das Vorhaben soll dort ansetzen, wo etablierte Technologien an Grenzen stoßen: Das beteiligte Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, an dem das FZEB angesiedelt ist, verweist darauf, dass pyro- und hydrometallurgische Routen nur einen Teil der in Lithium-Ionen-Akkus enthaltenen Rohstoffe adressieren und zudem energie- bzw. hilfsstoffintensiv sein können. Auch die Wirtschaftlichkeit der entsprechenden Prozesse sehen die Konsortiumspartner unter Druck, da moderne Batteriechemien immer seltener wertvolle Nickel- oder Kobaltanteile enthalten.
„ProBatman“ ziele daher auf das Recycling möglichst vieler Komponenten ab, inklusive flüchtiger Stoffe und Leitsalze, sowie auf eine möglichst zerstörungsfreie Zerlegung, um volatile Bestandteile intakt zu halten. Die Trennung der lithiumspeichernden Aktivmaterialien von den Elektroden sowie die anschließende Entfernung von Bindemitteln und die Sortierung der Materialfraktionen sollen schonend und präzise erfolgen. Die zurückgewonnenen Materialien werden laut den Angaben analysiert, gereinigt und für die Wiederverwendung in der Fertigung neuer Batterien je nach Sorte spezifisch regeneriert. Begleitend sollen Skalierbarkeit, Umwelt- und Sicherheitsaspekte bewertet und Prozessdaten im Rahmen einer Lebenszyklusanalyse evaluiert werden.
Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Vorhaben hatte seinen offiziellen Start im Juli 2025 und läuft bis Juni 2028. Das Fördervolumen umfasst insgesamt rund 3,60 Mio. €, wobei die größten Anteile auf das Fraunhofer ISC mit 1,25 Mio. € sowie die Universität Würzburg mit 0,97 Mio. € entfallen; BMW ist mit 534.000 € beteiligt. Zum Kernkonsortium zählen außerdem Projektkoordinator Netzsch Gerätebau, der 403.000 € erhält, Netzsch Pumpen & Systeme sowie die Fördermittelberatung EurA. Als unterstützende Industrieunternehmen werden unter anderem IBU-Tec, Jungheinrich und Trumpf Laser- und Systemtechnik genannt.



