Forschungsvorhaben „RueBe“: DK-0-Deponien als Rohstoffquelle nutzbar machen

Bereits seit November untersucht das vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP koordinierte Forschungsprojekt „RueBe“, wie mineralische Abfälle aus DK-0-Deponien in hochwertige Baustoffkreisläufe zurückgeführt werden können. Das Vorhaben läuft im Rahmen der Förderrichtlinie „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Urban Mining“ des Bundesforschungsministeriums und ist auf drei Jahre angelegt. Von Wirtschaftsseite sind unter anderem der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) und die Geiger-Gruppe an dem Projekt beteiligt.

Das Hauptaugenmerk des Verbundvorhabens liegt auf der vollumfänglichen Nutzbarmachung von Materialien, die in DK-0-Deponien lagern. Laut Fraunhofer IBP stellen diese Deponien anthropogene Rohstofflager mit einem geschätzten Volumen von über 15 Milliarden Tonnen Bodenaushub und Bauabfällen dar.

Um die Qualität der Materialien zu gewährleisten, werden im Rahmen des Projekts nassmechanische Aufbereitungsverfahren, wie beispielsweise die Bodenwäsche, eingesetzt. Dadurch sollen Störstoffe entfernt werden, sodass sowohl Grob- als auch Feinfraktionen als wertvolle Sekundärrohstoffe für alternative Bindemittel, wie Flüssigböden oder Mauerziegel, verwendet werden können. Zudem sind ökologische und ökonomische Bilanzierungen vorgesehen, um die Marktfähigkeit der erarbeiteten Konzepte zu bewerten. Hierbei werden Konzepte zum erneuten Recycling der entwickelten rezyklatbasierten Baustoffe erarbeitet und geprüft.

Die Geiger Gruppe bringt nach eigenen Angaben ihre Expertise in der Baustoffaufbereitung und -entwicklung in das Vorhaben ein. An der Bodenwaschanlage in Memmingen testen die Forschungspartner die Aufbereitung des Deponiematerials im vorindustriellen Maßstab. Dort sollen reale Prozessbedingungen in die Forschungsarbeiten einfließen.

Neben Geiger und dem bvse sind von Seiten der Industrie noch der Zementhersteller Dyckerhoff, die unter anderem im Schlackenmanagement tätige Thyssenkrupp Millservices & Systems GmbH sowie der Hersteller von Recycling-Ziegeln Schlagmann Poroton an dem Verbundvorhaben beteiligt. Von wissenschaftlicher Seite wird das Projekt außer vom Fraunhofer IBP noch von der Universität Augsburg und der TU München unterstützt. Das Projektende ist Geiger zufolge für Ende 2028 vorgesehen.

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