
Die Universität Utrecht arbeitet an einem zukunftsweisenden Verfahren zur Verbesserung des chemischen Kunststoffrecyclings. Im Fokus steht die Entwicklung eines Prozesses der mechanisch-chemischen Umwandlung von gemischten Kunststoffabfällen unter Einsatz von Katalysatoren. Dieser soll es ermöglichen, Polyolefin-Kunststoffe bei deutlich niedrigeren Temperaturen zu recyceln und dadurch hochwertigere Rezyklate zu erzeugen, berichtet der Anlagenhersteller Coperion, der einen Doppelschneckenextruder für die Forschungsarbeiten lieferte.
Das Forschungsteam setze auf die Nutzung mechanischer Kräfte als zusätzlichen Antrieb für die chemische Umwandlung. Ziel sei es, die Pyrolyse bereits im Extruder zu ermöglichen und so die Prozessbedingungen zu optimieren. „Das Mischen mit hohem Schereffekt im Extruder wirkt sich sehr positiv auf den Einsatz der Katalysatoren aus“, erklärt Projektleiterin Ina Vollmer von der Universität Utrecht. „Wir sind überzeugt, den chemischen Recyclingprozess durch die niedrigeren Temperaturen gezielter steuern zu können. Dies wird zu reineren Produkten führen und hat gleichzeitig das Potential, den Prozessablauf des chemischen Kunststoffrecyclings zu revolutionieren und Energie zu sparen.“
In einem ersten Schritt sei es bereits gelungen, die Temperatur der nachgelagerten Pyrolyse durch den effizienten Einsatz von Katalysatoren zu reduzieren. „Über den wissenschaftlichen Ansatz von Ina Vollmer werden wir systematisch erforschte Ergebnisse erhalten und Rückschlüsse für das chemische Kunststoffrecycling ziehen können“ erklärt Leonid Liber, Sales Engineer bei Coperion.
Nach früheren Angaben der Universität Utrecht umfasst das Projekt-Konsortium unter Leitung von Assistenzprofessorin Ina Vollmer Experten für Extrusion, Polymerchemie, Prozessbewertung, Pyrolyse und Katalyse. Neben Coperion ist mit dem chemischen Kunststoffrecycler Carboliq noch ein weiteres Unternehmen beteiligt. Auf wissenschaftlicher Seite sind auch die Universität Maastricht und die Ruhr-Universität in Bochum eingebunden.



