Das schwedische Unternehmen Easymining hat ein Verfahren zur Rückgewinnung von Kalium und Phosphor aus bioindustriellen Reststoffen weiterentwickelt. Das zugrunde liegende Forschungsprojekt sei in diesem Frühjahr abgeschlossen worden, teilte das Tochterunternehmen des Entsorgers Ragn-Sells mit. In dem zweieinhalbjährigen Vorhaben sei die Technologie vom Laborkonzept in den Pilotmaßstab überführt worden.
Das Verfahren zielt darauf ab, Nährstoffe aus Reststoffen der Bioindustrie zurückzugewinnen und zu Düngemitteln mit definierter chemischer Zusammensetzung aufzubereiten. Als Einsatzstoff nennt Easymining unter anderem Asche aus Geflügelmist. Daraus werde Kalium mit hydrometallurgischen Methoden selektiv extrahiert. Gleichzeitig würden Phosphor und Spurenverunreinigungen abgetrennt.
Dem Unternehmen zufolge lassen sich aus dem Prozess Kaliumsulfat- und Kaliumchloridsalze gewinnen. Die Produkte seien schwermetallfrei und könnten direkt als Düngemittel oder in der chemischen Industrie eingesetzt werden. Easymining beziffert die Reinheit der erzeugten Kaliumprodukte auf mehr als 99 Prozent. Zudem seien die Stoffe unmittelbar pflanzenverfügbar.
Die Pflanzenverfügbarkeit sei in Topfversuchen untersucht worden. Dabei hätten sich die aus den Reststoffen gewonnenen Kaliumprodukte ähnlich wie mineralische Düngemittel verhalten. Für viele landwirtschaftliche Anwendungen bestehe zudem eine Präferenz für Kaliumdünger auf Sulfatbasis, erklärte Easymining. Das Unternehmen verweist außerdem auf Ergebnisse einer Lebenszyklusanalyse. Diese deute darauf hin, dass die Rückgewinnung von Kalium aus Asche weniger Ressourcen verbraucht und einen geringeren CO₂-Fußabdruck aufweist als die konventionelle Herstellung von Kaliumsulfat nach dem Mannheim-Verfahren, einem energieintensiven chemischen Prozess.
Easymining will die Arbeiten zur Kaliumrückgewinnung in einem neuen, über das Programm Biosociety geförderten Projekt fortsetzen. Das von Formas, dem schwedischen Forschungsrat für nachhaltige Entwicklung, aufgelegte Programm fördert Vorhaben für effizientere biobasierte Produktionsprozesse und eine zirkuläre Bioökonomie. In dem neuen Projekt soll die Technologie weiter untersucht und auf weitere in den nordischen Ländern anfallende Reststoffströme übertragen werden. Genannt werden unter anderem Strohasche und Fermentationsrückstände. Das abgeschlossene Forschungsprojekt wurde über das strategische Innovationsprogramm „Bio Innovation“ finanziert, an dem Schwedens Innovationsagentur Vinnova, Formas und die schwedische Energieagentur beteiligt sind.




