DBU fördert KI-gestütztes Bauschuttrecycling von Optocycle

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Tübinger Startup Optocycle mit rund 170.000 €. Mit den Mitteln soll ein Prototyp entstehen, der ein KI-basiertes Echtzeit-Monitoring von recycelten Gesteinskörnungen aus Bauschutt ermöglicht. Ziel sei es, die Qualitätskontrolle in der Produktion von Recycling-Granulaten zu automatisieren und reproduzierbar zu machen.

Optocycle baut dabei nach eigenen Angaben auf einem bereits im Rahmen der DBU-Green-Startup-Förderung entwickelten System zur Klassifizierung von Bauabfällen auf. Der neue Prototyp soll die Qualität der Recycling-Körnungen während des laufenden Prozesses transparent überwachen.

„Aktuell basiert in der Branche der Aufbereitungsprozess von Bauschutt meist auf subjektiven Schätzungen“, erläutert Optocycle-Mitgründer Max-Frederick Gerken. Zudem werde das Endprodukt nur stichprobenartig im Labor überprüft. Mit dem Optocycle-System sei nach seinen Worten nun ein Echtzeit-Monitoring von Recycling-Gesteinskörnungen möglich. „Somit können die Qualität der Körnung verbessert und mehr Material in die Beton-Produktion überführt werden“, so Gerken.

Nach Darstellung des Startups kombiniert die Lösung moderne, optische Sensorik mit künstlicher Intelligenz und löse damit ein „altbekanntes Problem“ in der Baubranche: „Zurzeit schwankt oft die Beschaffenheit der recycelten Rohstoffe. Das bedeutet einerseits ein wirtschaftliches Risiko für Unternehmen und führt andererseits zum Verlust von wertvollen Materialien“, so Gerken.

Optocycle erwartet durch sein System eine 20 Prozent höhere Menge an recycelten, hochqualitativen Gesteinskörnungen sowie 15 Prozent geringere Abfallreste, die sonst auf Deponien landen würden. Dazu würden sowohl der eingehende Schutt „optimal klassifiziert“ als auch das Ergebnis „transparent überprüft“. Kooperationspartner ist die Heinrich Feeß GmbH aus Kirchheim unter Teck, die laut Gerken bereits seit vielen Jahren mit Optocycle zusammenarbeite.

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde sieht insbesondere in der Baubranche „großes Potenzial für mehr Umweltschutz“, mittelständische Betriebe könnten hier mit innovativen Lösungen Vorbildfunktionen übernehmen. „Die Errichtung neuer Gebäude folgt bereits klaren Vorgaben für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit. Gleiches muss künftig auch nach dem Abriss von Häusern und Bauwerken beachtet werden“, so Bonde.

Optocycle hebt zudem die einfache Integration in bestehende Anlagen hervor. Das System könne direkt in bereits bestehende Anlagen zur Verarbeitung von Bauabfällen installiert werden – „direkt über dem Fließband“. Die Nachrüstung spare Kosten und ermögliche die schnelle Umsetzung eines innovativen Bauschutt-Recyclings. „Denn nur wenn das Recycling finanziell machbar ist, kann die Kreislaufwirtschaft in der Baubranche Erfolg haben“, so Gerken.

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