Themen der Printausgabe
In der kommenden Woche steht die IFAT in München wieder im Zeichen von Umwelttechnik, Recycling und Kreislaufwirtschaft. Für unsere Sonderausgabe vor der Messe beleuchten wir deshalb zentrale Branchenthemen noch ausführlicher als sonst und haben exklusive Interviews mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Verbänden geführt: Professor Henning Wilts vom Wuppertal Institut erklärt, worauf es bei der Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie ankommt. VDM-Präsident Murat Bayram ordnet die Lage der Metallrecyclingwirtschaft in einem schwierigen konjunkturellen und geopolitischen Umfeld ein. Und Doppstadt-CEO Philipp Nellessen gibt Einblicke in den laufenden Umbau des Unternehmens, ambitionierte Wachstumsziele und neue technische Entwicklungen zur IFAT.
Im Wirtschaftsteil stehen die neuen EU-Vorschriften zur Abfallverbringung im Fokus der Titelgeschichte: Entsorger, Recycler und Papierindustrie warnen vor massiven Störungen im grenzüberschreitenden Handel mit nicht gefährlichen Abfällen und fordern pragmatische Übergangsregeln. Darüber hinaus berichten wir über den Ruf der Kunststoff- und Recyclingindustrie nach einem „Transformationsbooster“ für die Kreislaufwirtschaft und über die Kritik des bvse, dass Kunststoffrecycler beim Industriestrompreis bislang kaum berücksichtigt werden. Weitere Themen sind die Diskussion um die Ausgestaltung des geplanten Textilgesetzes, die neue hochautomatisierte Batterierecyclinganlage von Saubermacher und Meinhardt bei Mainz, die Genehmigung für eine weitere Müllverbrennungsanlage von Danpower in Hannover sowie der Aufbau der Urban Mining Group für Recycling-Baustoffe rund um Blasius Schuster.
Auf den Marktseiten richten wir den Blick zunächst auf die europäischen Altpapiermärkte. In Frankreich und Italien haben die unteren Sorten im April preislich angezogen. Der britische Markt zeigte sich stabiler als erwartet, bleibt wegen logistischer Risiken, höherer Transportkosten und der Entwicklung in Asien aber von Unsicherheit geprägt. Außerdem schauen wir auf Deutschlands Stahlschrottexporte: Die Ausfuhren waren zu Jahresbeginn insgesamt stabil. Bei den Zielländern haben sich die Warenströme jedoch spürbar verschoben.
Im Politikteil knüpfen wir an die Debatte um die neue Abfallverbringungsverordnung an: Trotz Übergangslösung für die künftige Digitalpflicht (Diwass) bei grenzüberschreitenden Transporten sollten Unternehmen nicht auf „Last Minute“ setzen, empfiehlt die Sonderabfall-Management-Gesellschaft Rheinland-Pfalz. Außerdem beschäftigen wir uns mit dem kaum veränderten EEG-Referentenentwurf in Bezug auf Bioenergie, der geplanten WEEE-Novelle und einem Bericht der Europäischen Umweltagentur zur Frage, warum viele zirkuläre Geschäftsmodelle in Europa bislang nicht aus der Nische herauskommen.
In die internationalen Seiten steigen wir mit einem Interview mit Dirk Langhammer, Vice President Circular Economy bei Borealis, ein: Er spricht über die Rolle der Kreislaufwirtschaft für Europas Wettbewerbsfähigkeit, die Wirkung von Verpackungsverordnung (PPWR) und Altautoverordnung (ELVR) auf die Rezyklatnachfrage und darüber, welche zusätzlichen industriepolitischen Instrumente für den Ausbau europäischer Recyclingkapazitäten nötig sind. Außerdem stellen wir die zehn größten Entsorgungsunternehmen der Welt vor und berichten über Österreichs Verzicht auf eine Steuer auf Einwegkunststoffverpackungen.
Im Bereich Forschung und Praxis widmen wir uns diesmal unter anderem dem Abbau kompostierbarer Kunststofffolien im Boden, der Rückgewinnung mineralischer Materialien aus DK-0-Deponien und einem UBA-Konzept für einheitlichere Abfallanalysen.



































































