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Verstoß gegen Rücknahmepflicht: DUH geht gegen Galeria Kaufhof vor

12.07.2017 − 

Bei der Warenhauskette Galeria Kaufhof gibt es offenbar Mängel bei der Rücknahme von Elektro- und Elektronikaltgeräten. Das ist zumindest das Ergebnis von Testbesuchen der Deutschen Umwelthilfe (DUH). In der Leipziger Kaufhof-Filiale sei die Rücknahme von Kleingeräten verweigert und zudem nicht korrekt über Rücknahmepflichten informiert worden, erklärt die DUH. Daher habe man Galeria Kaufhof zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung sowie zur Beendigung der rechtswidrigen Praxis aufgefordert.

Der Warenhauskonzern bestätigte den Eingang des Abmahnschreibens. Man werde den Vorwurf nun intern prüfen, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Weitere Angaben wollte Galeria Kaufhof zunächst aber nicht machen.

Nach Angaben der Umwelthilfe wurde die Annahme von Kleingeräten von Galeria Kaufhof mit der Begründung verweigert, dass dafür ein neues Gerät gekauft werden muss. Die Rücknahmepflicht für Geräte mit Kantenlängen bis 25 Zentimeter gilt laut ElektroG allerdings auch unabhängig vom Neukauf eines vergleichbaren Geräts.

„Es kann nicht sein, dass Galeria Kaufhof als eine der größten Warenhausketten Deutschlands die Rücknahme von alten Elektrogeräten verweigert. Die Rücknahmeverpflichtung gilt inzwischen seit einem Jahr und es gibt keine nachvollziehbaren Gründe für ein Fehlverhalten“, kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

„Verbraucher über die Rücknahme ausgedienter Toaster, Rasierer oder Energiesparlampen zu informieren, ist die Voraussetzung, um Elektroaltgeräte umweltgerecht sammeln zu können“, ergänzte Thomas Fischer, Leiter der DUH-Kreislaufwirtschaft. Deshalb sei es besonders bedauerlich, dass Galeria Kaufhof die vom ElektroG vorgeschriebenen Informationspflichten nicht einhält. Es werde weder über die geschaffenen Rückgabemöglichkeiten informiert, noch darüber, dass Elektrogeräte nicht in den Hausmüll gehören, beklagt Fischer.

Laut kürzlich veröffentlichten Zahlen der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) wurden vergangenes Jahr im Handel 70.000 Tonnen E-Schrott zurückgenommen. Damit findet schon jedes zehnte gesammelte Altgerät über die Vertreiberrücknahme ins Recycling.

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