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Remondis will DSD kaufen


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08.02.2017 − 

Das Verpackungsgesetz, das die privatwirtschaftlich organisierte Verpackungsentsorgung weiter stabilisieren soll, ist zwar noch nicht ganz in „trockenen Tüchern“. Doch bereits jetzt deuten die Signale auf eine tiefgreifende Neuordnung des Systemgeschäfts hin. So soll der Verkauf der Duales System Deutschland Holding (DSD) in wenigen Monaten über die Bühne gehen. Nach Informationen von EUWID gilt Deutschlands größter Entsorger als aussichtsreicher Kandidat für die Übernahme des Dualen Systems Deutschlands.

Die Hauptgesellschafter von DSD, das derzeit einen Marktanteil von rund 40 Prozent am Geschäft der zehn dualen Systeme hält, suchen seit einiger Zeit den Ausstieg aus ihrem Investment und haben den Verkaufsprozess bereits eingeleitet. DSD gehört mehrheitlich den beiden Finanzinvestoren HIG Capital und Bluebay, 20 Prozent hält das Management um DSD-Chef Michael Wiener.

Remondis hatte vor zwei Jahren angesichts der Schwindeleien im Systemgeschäft sein eigenes duales System Eko-Punkt vom Markt genommen. Die Rethmann-Tochter hatte in der Vergangenheit zwar mehrfach versucht, DSD zu übernehmen, doch in den letzten Wochen verdichteten sich die Anzeichen. Remondis habe bereits sein Interesse erklärt, den „Grünen Punkt“ zu übernehmen, sagen Kreise, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Remondis gab sich auf Anfrage wie gewohnt zurückhaltend und wollte solche „Marktgerüchte“ nicht kommentieren.

Zur Höhe des Kaufpreises für DSD kommen aus dem Markt bislang nur grobe Schätzungen, die bei Summen zwischen 100 Mio € und 250 Mio € liegen. Ob neben strategischen Investoren wie Remondis auch Finanzinvestoren aus dem In- und Ausland ebenfalls zum Bieterkreis zählen, ist bislang nicht bekannt. Nicht ausgeschlossen wird, dass auch chinesische Investoren, die zuletzt einige große Entsorger und Recycler in Deutschland und anderen europäischen Ländern übernommen haben oder Beteiligungen erwarben, ebenfalls ihren Hut in den Ring werfen.

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