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Remondis-Übernahmen sorgen für „fast ähnliche Verhältnisse wie im Einzelhandel“


Eva-Maria Schulze (Bildquelle: VKU)
08.06.2017 − 

In der deutschen Entsorgungswirtschaft herrschen aufgrund der fortschreitenden Konzentrationstendenzen schon „fast ähnliche Verhältnisse wie im Einzelhandel“. Diese Einschätzung teilte zumindest Eva-Maria Schulze in der letzten Woche beim Abfallwirtschaftskongress des VKU in Berlin. Insbesondere durch Remondis sei man im Bereich der Fusionskontrolle ganz gut beschäftigt, erklärte die Leiterin der 4. Beschlussabteilung beim Bundeskartellamt.

Allerdings wird nur ein Teil des Konzentrationsprozesses in der Entsorgungswirtschaft beim Bundeskartellamt aktenkundig. Der Großteil der Übernahmen laufe aufgrund der unter den Anmeldeschwellen liegenden Werte „unter dem Radar“, so Schulze.

Eine Ursache für die Konzentrationstendenzen in der Branche sieht Schulze in den anstehenden Generationswechseln der meist familiengeführten klein- und mittelständischen Betriebe. Da es oftmals schwerfalle geeignete Nachfolger zu finden, stünden offenbar viele Unternehmen zum Verkauf.

Aus Sicht von Remondis stellt sich der Konzentrationsprozess keineswegs so deutlich dar. Die einzelnen Teilmärkte müssten sowohl geographisch als auch bezüglich der jeweiligen Stoffströme und Aktivitäten genau abgegrenzt werden, um mögliche Konzentrationstendenzen bewerten zu können, erklärte Remondis-Manager Herwart Wilms in Berlin.

Remondis beklagt Wettbewerbseinschränkung durch Kommunalisierung

Statt einer privatwirtschaftlichen Konzentration bereitet dem Remondis-Manager aus Wettbewerbsgesichtspunkten vielmehr die Ausweitung kommunaler Aktivitäten Sorgen. Die Kommunalisierung sei dabei oftmals eine politische Entscheidung, motiviert auch durch die Steuerprivilegierung in der Eigenerbringung und weniger getrieben durch private Konzentration, so Wilms.

Die große Zahl von Übernahmen durch Remondis begründet Wilms mit der Unternehmensstrategie. Die Entscheidung der Familie Rethmann, das Geld nicht aus dem Unternehmen zu nehmen, habe zu einer stärkeren Eigenkapitalaustattung geführt, die Remondis mehr möglich mache als den überwiegend fremdkapitalfinanzierten Konkurrenten. „Diese unternehmerische Entscheidung der Familie hat jetzt auch ihre Wirkung“, so der Geschäftsführer von Remondis Asset & Service.

Den kompletten Bericht zur Diskussion über die zunehmende Konzentration in der Entsorgungsbranche lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 23/2017. Abonennten unseres Premium-Angebots können den Text auch im E-Paper lesen:

Konzentration in der Entsorgungswirtschaft: „Ähnliche Verhältnisse wie im Einzelhandel“

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