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Plastiktüten: Hendricks macht weiter Druck auf Handel

Das BMUB ist noch nicht von der Selbstverpflichtung des Handels überzeugt.
Bildquelle: CFalk / pixelio.de
16.02.2016 − 

Auch große Elektro- und Textilketten wie H&M und Media Markt wollen ab dem Frühjahr Plastiktüten nicht mehr gratis abgeben. Nach dem Vorbild der Lebensmittelhändler plane auch die Textilkette C&A, ab 1. April 20 Cent je Plastiktüte zu verlangen, berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage in der Branche. Derweil hält Bundesumweltministerin Barbara Hendricks den Druck auf den Handel aufrecht.

Die Elektronikhändler Media Markt und Saturn planten, spätestens zum 1. April in allen Filialen eine Gebühr einführen. Die Höhe sei allerdings noch unklar, sagte ein Sprecher der Zeitung. Der Textildiscounter Takko und der Buchhändler Thalia sagten "Bild", sie prüften eine Bezahlpflicht ab März. Meist werden 20 Cent pro Tüte genannt. Andere Händler wollen Plastik- durch Papiertüten ersetzen, so der Schuhhändler Görtz und die Drogeriekette Douglas. Auch der Textilhändler Peek&Cloppenburg prüft laut Sprecher, Tüten aus anderen Materialien einzuführen. Beim Textildiscounter Kik gibt es gar keine Plastiktüten mehr.

Eine geplante freiwillige Vereinbarung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) und des Bundesumweltministeriums soll dazu führen, dass kostenlose Plastiktüten Schritt für Schritt aus dem Handel verschwinden. Der HDE verkündete am Dienstag voriger Woche, mit der „Vereinbarung zur Verringerung des Verbrauchs von leichten Kunststofftragetaschen“, die EU-Richtlinie umzusetzen. Zum 1. April sollten in Deutschland 60 Prozent der Plastiktüten etwas kosten, bis 2018 sollten es 80 Prozent sein.

Das Bundesumweltministerium, das die Vereinbarung bislang noch nicht unterzeichnet hat, hält den Druck auf den Handel aufrecht. Man sei nicht davon überzeugt, dass, anders als vom HDE dargestellt, wirklich 60 Prozent der Plastiktüten auf dem deutschen Markt erfasst werden, hieß es aus dem Ministerium. „Eine ordnungsrechtliche Regelung halte ich mir deswegen nach wie vor offen. Eine Selbstverpflichtung um jeden Preis wird es mit mir nicht geben“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Bild-Zeitung.

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