|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Gemini hofft auf den Bundesrat


Bildquelle: GGSC
25.01.2016 − 

Die Gemeinschaftsinitiative zur Abschaffung der dualen Systeme (Gemini) hofft auf eine klare Mehrheit für die sogenannten Ländereckpunkte eines Wertstoffgesetzes in der kommenden Bundesratssitzung. Gemini-Sprecher Hartmut Gaßner warnte vor einer angeblich vom Bundesumweltministerium angestrebten Vertagung der Entschließung. Das Ministerium solle sein „unzureichendes Gesetzeskonzept endlich verändern“.

Aus Sicht von Gemini sind die Dualen Systeme „keine Erfolgsgeschichte“. Daran könnten auch die „Informationspakete“ der Handelsverbände nichts ändern. Die Verwertungsraten seien gering und die Fehlwurfmengen groß. Die dualen Systeme seien teuer, und die hohen Kosten und Gewinne belasteten den Verbraucher und die Industrie. Die Systeme kosteten einige Hundert Millionen €, ohne dass damit entsprechende ökologische Erfolge verbunden seien.

Gaßner kritisiert, dass eine starke zentrale Stelle als „Mammutbürokratie“ diffamiert werde. Eine ordentlich geführte Behörde werde aber viel effektiver sein als die Apparate von über zehn Systembetreibern. Auch sei ein zentraler Einzug von Lizenzabgaben viel günstiger als der Lizenzeinzug durch zehn getrennte Unternehmensadministrationen.

Die Kostensenkungen im Systembetrieb der letzten Jahre sind laut Gaßner nur möglich geworden, weil nicht die gesamte Menge der in Verkehr gebrachten Verpackungen entsorgt und auch für die erfassten Teilmengen nur unzulängliche Verwertungsergebnisse erzielt worden seien. Das Geschäftsmodell laute nicht, wie bringe ich möglichst viele Verpackungsabfälle zurück in den Stoffkreislauf, sondern die Maxime sei, wie mehre ich den Gewinn als einzelner Systembetreiber, kritisiert Gemini.

Die Pläne des Bundesumweltministeriums, einen zweiten Arbeitsentwurf für das Wertstoffgesetz vorzulegen, werden von Gaßner skeptisch bewertet. Würde nur der Versuch unternommen, das Eckpunktepapier der Regierungskoalition aus dem Juni 2015 einzulösen, würde lediglich das Gewinnpotenzial der Systembetreiber erhöht. Stattdessen müsse die Wertstoffwirtschaft weiterentwickelt werden.

EUWID Recycling und Entsorgung erscheint jeden Mittwoch als Printausgabe. Premium-Abonnenten können die aktuelle Ausgabe bereits ab Dienstag 14.00 Uhr als E-Paper lesen.

Unsere Marktberichte stehen unseren Premium-Abonnenten frühzeitig online zur Verfügung.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Kundenservice.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Klepper wird AGVU-Geschäftsführer

Alba feiert Spatenstich für E-Schrott-Anlage in Hongkong  − vor