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Bauabfälle weiter zu rund 90 Prozent verwertet


Quelle: Initiative Kreislaufwirtschaft Bau
04.04.2017 − 

Die Verwertungsquote mineralischer Abfälle in Deutschland ist unverändert hoch. Auch im Jahr 2014 konnten durchschnittlich annähernd 90 Prozent der insgesamt 202 Mio Tonnen angefallenen Bau- und Abbruchabfälle recycelt oder anderweitig verwertet werden. Das geht aus dem gestern von der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau an das Bundesumweltministerium (BMUB) übergebenen 10. Monitoring-Bericht hervor. „Die Initiative hat ihre Erfolgsgeschichte fortgeschrieben und die ab 2020 geltenden ehrgeizigen europäischen Verwertungsziele bereits heute weit übertroffen“, lobte BMUB-Staatssekretär Gunther Adler.

Die in der Initiative organisierten Verbände der Bau- und Recyclingwirtschaft kündigten an, auch zukünftig die Verwertung mineralischer Abfälle auf höchstem Niveau sicherstellen zu wollen. Allerdings müssten hierfür bestehende politische Zielkonflikte, z.B. zwischen den Anforderungen der geplanten Mantelverordnung und denen des Ressourceneffizienzprogramms ProgRess aufgelöst werden.

So müsse diskutiert werden, ob sich die im Planspiel zur Mantelverordnung prognostizierte Verdopplung zu deponierender Bauabfälle nicht kontraproduktiv auswirke. „Hierzu bedarf es nicht nur überschneidungsfrei abgegrenzter Regelungen zum Produktrecht, sondern auch Öffnungsklauseln bei der Verfüllung von Abgrabungen“, erklärte Michael Basten, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden, bei der Übergabe des Berichts. Michael Stoll, Vorsitzender der Bundesvereinigung Recycling-Baustoffe, forderte ferner „praktikable und widerspruchsfreie Regelungen sowie eine klare Zuweisung der abfallrechtlichen Verantwortlichkeiten“.

Änderungen an Mantelverordnung geplant

Wie berichtet (EUWID 11/2017), fanden im BMUB Anfang März die Anhörungen der Verbände und Länder zum Referentenentwurf der Mantelverordnung statt. Mittlerweile seien die Stellungnahmen ausgewertet und der Entwurf an einigen Stellen fortgeschrieben worden, erklärte der zuständige Koordinator, Regierungsdirektor Michael Heugel, auf Nachfrage von EUWID. Unter anderem sollen nochmals die Regelungen zur Güteüberwachung (Ersatzbaustoffverordnung), zur Um- und Zwischenlagerung von Bodenmaterial (Bundes-Bodenschutzverordnung) und den Übergangsfristen geändert werden. Derzeit befinde man sich in der Ressortabstimmung. Der aktuelle Zeitplan sieht den Kabinettsbeschluss für den 12. April vor.

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