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Altpapierpreise für Mai

Altpapierpreise für Mai
Bild: Günther Richter / pixelio.de
21.06.2017 − 

Die Entwicklung des deutschen Altpapiermarktes verlief im Mai und Juni mit unterschiedlichen Vorzeichen.

Mai

Im April standen die Massensorten aufgrund der brachliegenden Exporte nach China im Inland stark unter Druck. Auch für Mai wurden noch Preisrücknahmen gemeldet, allerdings je nach Region und Versorgungslage sehr unterschiedlich. So reichen die Angaben zur Preisentwicklung für Mischpapier von minus 5 € über Preisstabilität bis hin zu der Aussage, dass die Nachfrage teilweise so groß gewesen sei, dass die Preise wieder leicht angezogen hätten. Bei Kaufhausaltpapier war der Druck den Angaben zufolge noch etwas größer, die Preise sollen noch einmal um 5 bis 10 €/t nachgegeben haben.

Altpapiermarkt Deutschland

Preisänderungen in €/t

Mai 2017

April 2017

März 2017

Gemischte Ballen

(1.02)

-1,00

+3,00

+12,50

Kaufhausaltpapier

(1.04)

-3,50

+4,50

+14,00

Wellpappen-II-Abfälle

(4.03)

+2,00

+2,50

+14,50

Alte Zeitungen

(2.01)

+0,50

+3,00

+7,00

Deinkingware

(1,11)

+2,50

+2,50

+7,50

Bunte Akten

(2.06)

+5,50

+3,00

-0,50

Multidruck

(3.10)

+3,00

+6,00

+11,50

Weiße Rotationsabfälle

(3.14/3.15)

-1,00

-1,00

0,00

Weiße ungestrichene Späne, holzfrei

(3.18.01)

+2,00

+6,00

+1,00

Veränderungsbasis: Frei-Werks-Preise. Werte auf 50-Cent-Beträge gerundet. Preisangaben ohne Gewähr.

Bei Deinkingware berichteten die meisten EUWID-Gesprächspartner auch im Mai über Verträge auf dem Preisniveau vom Vormonat. Gut nachgefragt waren im Mai bunte Akten, für die in der Folge höhere Preise als im April erzielt werden konnten. Bei allen anderen Altpapierqualitäten zeigten sich im Vergleich zum Vormonat keine größeren Veränderungen, lediglich bei weißen Rotationsabfällen soll noch etwas Preisdruck nach unten zu bemerken gewesen sein.

Die Logistikprobleme innerhalb Deutschlands vom Vormonat hätten sich im Mai zwar nicht gänzlich aufgelöst, heißt es, aber es sollen wieder ausreichend LKW-Kapazitäten zur Verfügung gestanden haben.

Die im April völlig zum Erliegen gekommen Exporte nach China hätten sich im Mai wieder etwas belebt, berichtet ein EUWID-Gesprächspartner. Demnach sollen wieder kleinere Mengen an Kaufhausaltpapier abgerufen werden, was seiner Ansicht nach auch daran liege, dass die Containerfrachtraten spürbar zurückgenommen worden sein sollen. Im Mai wurden für Kaufhausaltpapier Preise von 130-140 €/t fas aufgerufen, zu denen auch Mengen liefen. Zur Erinnerung: im April lagen die Preisaufrufe nur noch bei 115-127 €/t fas, nachdem im März ein Niveau von 160-178 €/t fas erreicht worden war.

Juni

Die positive Entwicklung der Fernost-Exporte setzte sich im Juni weiter fort. Mitte des Monats wurden Preise von 159 bis 170 €/t fas genannt, wobei der obere Wert in Rotterdam zu erzielen gewesen sein soll und der untere Wert in Hamburg. Die gute Entwicklung des Exportmarktes blieb für den deutschen Markt nicht ohne Folgen, sodass Mischpapier um 5  bis 10 € und Kaufhausaltpapier um 10 bis 15 € pro Tonne teurer wurde. Die Preisaufschläge für diese Sorten richteten sich nicht zuletzt auch danach, wie stark die Papierfabriken die Vergütung im Vormonat zurückgenommen hatten.

Deinkingware wurde zu unveränderten Konditionen vergütet. Versuche der Papierindustrie, die Preise um 5 € zurücknehmen, scheiterten. Die übrigen Sorten blieben, abgesehen von Wellpappen-II-Abfälle mit plus 10 bis 15 €, weitgehend stabil.

Das Sammelaufkommen ist aufgrund der vielen Feiertage sowie der Pfingstferien in einigen Bundesländern spürbar reduziert – mit wenig Aussicht auf kurzfristige Entspannung. In Bremen, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen beginnen mit dem Ende dieser Woche bereits die Sommerferien, so dass das Aufkommen knapp bleibe, heißt es. Gleichzeitig werde die Nachfrage aus China anhalten, und auch andere asiatische Länder dürften wieder an den Markt zurückkehren, wenn am Samstag der Ramadan endet. Auf Entsorgerseite ist bereits die Rede von einem heißen Sommer mit weiter steigenden Preisen. In der Papierindustrie liest man die Zeichen des Marktes allerdings anders: die Feiertage sind vorbei und es gibt wieder ein vernünftiges Sammelaufkommen.

Die Nachfrage der Papierindustrie wird als gut bezeichnet.

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