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Deutsche Verbrenner importierten 2016 weniger EBS und gemischten Siedlungsmüll

12.07.2017 − 

Erstmals seit Jahren ist die Menge der von deutschen Müllverbrennungsanlagen und Ersatzbrennstoffkraftwerken importierten Abfälle gesunken. Laut aktuell vom Umweltbundesamt veröffentlichten Zahlen summierten sich die Importmengen an Ersatzbrennstoffen sowie gemischten Siedlungsabfällen, die in Deutschland energetisch verwertet oder thermisch beseitigt wurden, im vergangenen Jahr auf 1,60 Mio Tonnen. 2015 waren es mit 1,71 Mio Tonnen noch 111.000 Tonnen mehr gewesen. Im Gegenzug wurden im letzten Jahr aus Deutschland deutlich mehr Ersatzbrennstoffe (EBS) und gemischter Siedlungsmüll zur Verbrennung exportiert als in den Vorjahren.

Deutschlands wichtigster Ersatzbrennstoff-Lieferant bleibt Großbritannien. Von hier aus kamen 2016 rund 756.000 Tonnen EBS ins Land, womit die Importmenge gegenüber dem Vorjahr nochmals geringfügig angestiegen ist. Aus den Niederlanden wurden im letzten Jahr 568.000 Tonnen EBS und gemischter Siedlungsabfall zur Verbrennung importiert. Hier ergibt sich gegenüber dem Vorjahr ein starker Rückgang um 83.000 Tonnen.

Auch Irland und Belgien exportierten deutlich weniger Verbrennungsabfälle der Schlüssel 191210, 191212 und 200301 nach Deutschland. Einzig im Handelsverhältnis mit Frankreich weist das UBA einen kräftigen Anstieg der Abfallimporte zur Verbrennung um 25 Prozent auf 99.000 Tonnen aus.

Größte Mengen nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

Betrachtet man die Zielregionen der Abfallimporte, so gingen die meisten Abfallimporte wie im Vorjahr nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Niedersachsen nahm mit 538.000 Tonnen sechs Prozent weniger Abfall zur Verbrennung an, die nach NRW gelieferten Mengen stiegen hingegen um über vier Prozent auf 483.000 Tonnen an. Ebenfalls größere Mengen Verbrennungsabfälle importierten Bremen mit 230.000 Tonnen (-28 Prozent) und Brandenburg mit 159.000 Tonnen (-8 Prozent).

Neben der Importstatistik hat das UBA auch aktuelle Zahlen zum Export und Transit zustimmungspflichtiger Abfälle aus und durch Deutschland veröffentlicht. Bei den Exporten von Ersatzbrennstoffen und gemischtem Siedlungsabfall zur Verbrennung verzeichnete die Behörde in 2016 einen Zuwachs um 26 Prozent auf 545.000 Tonnen. Vor allem in die Schweiz und nach Dänemark wurden mehr Abfälle der Schlüssel 191210, 191212 und 200301 geliefert.

Dies deckt sich mit den Berichten von Marktteilnehmern bei der letzten großen EUWID-Umfrage zum Entsorgungsmarkt für Siedlungsabfälle Ende letzten Jahres (siehe Meldung zu den Verbrennungspreisen für das Jahr 2016). Aufgrund seinerzeit fehlender freier Verbrennungskapazitäten in Deutschland hatten Entsorger angegeben, sich verstärkt auch im benachbarten Ausland umzusehen.

Die Transitmengen zustimmungspflichtiger Abfälle der Schlüsselnummern 191210, 191212 und 200301 summierten sich 2016 auf rund 800.000 Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg um ca. fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Abfälle stammten vornehmlich aus Großbritannien, Irland sowie den Niederlanden und wurden durch Deutschland nach Skandinavien und ins Baltikum transportiert.

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