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– Eine wachsende Zahl britischer Kommunen muss keine Zuzahlungen mehr für die Abfallsortierung und -vergärung leisten oder wird sogar für das angelieferte Material bezahlt. Insgesamt seien die Annahmepreise in vielen Sortieranlagen und Vergärungsanlagen niedriger als im Jahr 2010, berichtet das britische Abfall- und Ressourcenaktionsprogramm (Wrap) Ende Juli nach Abschluss seiner vierten jährlichen Untersuchung der Preisentwicklung.
Einige Kommunen erhalten den Angaben zufolge von Sortieranlagen Zahlungen von bis zu 15 oder 20 Pfund (ca. 17 bis 22,50 €; 1 Pfund = 1,13 €) pro Tonne angelieferter Wertstoffe. Diese Entwicklung spiegelt nach Einschätzung von Wrap zusätzlich im Markt verfügbare Sortierkapazitäten und die festen Sekundärrohstoffpreise wider.
Als weitere Änderung gegenüber dem vergangenen Jahr zeigt Wrap eine Abnahme des Medianwerts der Annahmepreise bei Vergärungsanlagen auf. Dieser habe sich um etwa 13 Pfund pro Tonne verringert. Mehrere der befragten Anlagenbetreiber halten nach Angaben der Organisation einen weiteren Preisrückgang für möglich.
Da dieser Sektor jedoch noch sehr jung sei, basiere diese Einschätzung jedoch nur auf einem kleinen Kreis an Befragten und müsse daher mit einer gewissen Vorsicht behandelt werden, so Marcus Gover, Leiter Kreislaufwirtschaft von Wrap.
Insgesamt zeigten sich nach Angaben der Organisation deutliche Abweichungen sowohl zwischen als auch innerhalb einzelner Regionen. Trotz dieser Unterschiede zeichnete sich in der Untersuchung jedoch ab, dass der Medianwert der Annahmepreise der Recyclingverfahren deutlich unter dem der Abfallbeseitigung lag. Bei den biologischen Abfallbehandlungsverfahren beobachtete Wrap den niedrigsten Medianwert bei Kompostierungsanlagen mit offenen Mieten, gefolgt von Vergärungsanlagen und Kompostierungsanlagen mit geschlossenen Behältern. Deren medianer Annahmepreis sei wiederum niedriger als der von MBA.
Die Preisspanne für die Abfalldeponierung bei Ausschluss der Deponiesteuer lag dem Bericht zufolge bei 12 bis 55 Pfund, wobei der Median bei 20 Pfund lag. Einschließlich der Steuer reichte die Spanne von 68 bis 111 Pfund, der Median lag bei 76 Pfund.
Bei Müllverbrennungsanlagen, die vor dem Jahr 2000 in Betrieb gingen, betrug die Preisspanne 35-79 Pfund (Median: 54 Pfund). Bei neueren Anlagen reichte die Spanne laut dem Bericht von 54 bis 97 Pfund (Median: 73 Pfund).
Für die Abfallsortierung nennt Wrap eine Preisspanne, die von Vergütungen bis zu 36 Pfund für die Kommunen bis zu Zuzahlungen von 85 Pfund reichte, wobei der Medianwert bei 15 Pfund lag. Bei Verträgen, die 2010 oder danach angelaufen waren, betrug der Median 4 Pfund, während die Preise einen Bereich von -30 Pfund bis 63 Pfund überspannten. Marcus Gover wertet die Untersuchungsergebnisse als Beleg, dass es alternative Entsorgungsoptionen zur Abfalldeponierung gibt, die kosteneffizienter sind und gleichzeitig die Umwelt entlasten.
Der „Gate Fees Report 2011“ deckt England, Schottland, Wales und Nordirland ab. Die Untersuchung basiert nach Angaben von Wrap auf Aussagen von Kommunen, Entsorgern und Anlagenbetreibern von Dezember 2010 und Januar 2011 sowie weiteren Marktinformationen. Die genannten Preisspannen beziehen sich ausschließlich auf die Behandlung, Sammel- und Transportkosten sind nicht in ihnen berücksichtigt.
30.08.2011
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