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– Mit einer kritischen Analyse zum Zustand der Verpackungsentsorgung in Deutschland wartet ein Experte aus einem Bundesland auf. Der Behördenmitarbeiter kommt auf Grundlage seiner Auswertungen des Verpackungsaufkommens und der Mengenstromnachweise zu folgenden Schlussfolgerungen: „Die Akteure im Rahmen der Verpackungsverordnung haben es nach 20 Jahren nicht geschafft, die von der Verordnung gesetzten Ziele zu erreichen.“ Das Verpackungsabfallaufkommen sei gestiegen und die Mehrwegquoten seien drastisch eingebrochen. Auch den Vorrang der stofflichen Verwertung sieht er nur „bedingt umgesetzt“. Zugleich sei der bürokratische Aufwand für alle Beteiligten gestiegen.
Zu den derzeit neun Dualen Systemen schreibt er, dass sie es seit vielen Jahren nicht schafften, mehr als 60 Prozent der Leichtverpackungen, für die sie gegenüber Ihren Kunden eine Verwertungspflicht eingegangen sind, beim Endverbraucher zu sammeln, geschweige denn zu verwerten. Zudem sieht er im Bereich der Verkaufsverpackungen ein Oligopol mit neun Teilnehmern, die Außenstehenden praktisch keine Chancen auf Wettbewerb ließen und sich untereinander in kaum einem Punkt einig seien.
Auch an der Quotenerfüllung zweifelt er. Die Verwertungszuführungsquoten stünden nur auf dem Papier und seien nur deshalb so hoch, weil unzulässigerweise erhebliche Mengen nicht lizenzierter Verpackungen und anderer Materialien einbezogen würden. Die tatsächliche stoffliche Verwertung von Kunststoffverpackungen könne nur als „kläglich beschrieben“ werden.
Mit diesem Ansatz könnten die künftig geforderten Recyclingquoten für Siedlungsabfälle nicht erfüllt werden, folgert er mit Blick auf die Vorgaben der EU-Abfallrahmenrichtlinie. Entgegen vielerlei Beteuerungen sei die Verpackungsverordnung „kein Erfolgsmodell“, denn sie halte bei weitem nicht was sie verspricht bzw. fordert. In Bezug auf künftige Anforderungen sei das unzureichend. Mit den derzeitigen Strukturen zur Erfassung, Sortierung und Aufbereitung von Leichtverpackungen aus privaten Haushalten und vergleichbaren Anfallstellen seien hochgesteckte Ziele für eine nachhaltige und Ressourcen ersetzende Abfallwirtschaft nicht erreichbar. Daran werde die Einbeziehung einiger zusätzlicher Wertstoffe im Rahmen einer gemeinsamen Erfassung nichts ändern, fürchtet der Experte.
30.08.2011
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