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– Die Müllheizkraftwerk Frankfurt am Main GmbH hat im Geschäftsjahr 2010 rund 73,9 Mio € umgesetzt. Damit stiegen die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr (59,2 Mio €) um 24 Prozent, ist dem im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss der Gesellschaft zu entnehmen. Trotz der Umsatzsteigerung hat die MHKW Frankfurt GmbH bei einem Betriebsergebnis von 672.500 € (2009: 445.500 €) ein ausgeglichenes Jahresergebnis von null € erzielt.
Die Gesellschafterstruktur rund um das MHKW Frankfurt ist vergleichsweise kompliziert. Die Müllheizkraftwerk Frankfurt am Main GmbH betreibt lediglich das MHKW, das der AVA Abfallverbrennungsanlage Nordweststadt GmbH (Verbrennungsteil) sowie dem Energieversorger Mainova (Energieteil) gehört. Für den Betrieb pachtet die MHKW Frankfurt GmbH die Gesamtanlage von der AVA GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der kommunalen Stadtwerke Frankfurt Holding. Die Betreibergesellschaft des Müllheizkraftwerks selbst gehört zu gleichen Teilen der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) sowie Mainova. Die FES ist ein Public-Private-Partnership (PPP) der Stadt Frankfurt (51 Prozent) und des privaten Entsorgungsunternehmens Remondis (49 Prozent), Mainova wiederum gehört mehrheitlich der Stadt Frankfurt (75,2 Prozent), sowie der zum Energieversorger Eon gehörenden Thüga-Gruppe.
Die MHKW Frankfurt GmbH bezahlt der AVA eine Pacht für die Benutzung des Müllheizkraftwerks, die einen Großteil des Umsatzes darstellt. Diese taucht in der Gewinn- und Verlustrechung im Geschäftsbericht unter „sonstige betriebliche Aufwendungen“ auf, die zusammen rund 66 Mio € ergeben. Davon beträgt der Anteil für Mieten und Pachten rund 43,3 Mio €, im Vorjahr waren es noch rund 37,3 Mio €. Für Wartung und Instandhaltung musste die Gesellschaft 13,7 Mio € aufbringen, Fremdpersonal kostete rund 6,5 Mio €.
Mit 73 Prozent erlöste die Gesellschaft den größten Teil des Umsatzes mit Verbrennungsentgelten (54,1 Mio €). Im Jahr davor hat die Gesellschaft 46,3 Mio € an Verbrennungsentgelten angenommen. Der Zuwachs dürfte damit zusammenhängen, dass im Berichtsjahr mehr Abfälle im MHKW verbrannt wurden als im Jahr zuvor. Etwa 465.000 Tonnen Abfall meldet die Betreibergesellschaft für 2010, das sind rund 30.000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Der Anstieg der Abfallmenge sei darauf zurückzuführen, dass erstmalig nach dem Abschluss der Sanierung des MHKW im Jahre 2009 alle vier neuen Verbrennungslinien ganzjährig zur Verfügung gestanden hätten, so die Geschäftsführung im Jahresabschluss. Gerechnet hatte das Unternehmen allerdings mit 480.000 Tonnen Abfall. Dass diese Menge um 15.000 Tonnen unterschritten worden sei, liege an zahlreichen Betriebsunterbrechungen. Die restlichen Umsatzerlöse verteilen sich auf Strom mit 11,1 Mio € (2009: 8,4 Mio €), Fernwärme mit 4,8 Mio € (4,2 Mio €) sowie 4,0 Mio € „sonstige Umsatzerlöse“ (0,3 Mio €).
Ob das MHKW auch in Zukunft ausgelastet sein wird, hängt nach Darstellung der Betreibergesellschaft auch von dem von der Infraserv-Tochter Thermal Conversion Compound (TCC) geplanten Ersatzbrennstoff-Kraftwerk im Industriepark Frankfurt-Hoechst ab. Sobald die Anlage mit einer Nennkapazität von 700.000 Tonnen für die Verbrennung von vorbehandelten Abfällen auf dem regionalen Entsorgungsmarkt angeboten werde, könne dies eine Unterauslastung des MHKW bewirken, heißt es im Geschäftsbericht. Allerdings hat sich die Inbetriebnahme des EBS-Kraftwerks aufgrund technischer Probleme bislang immer weiter verzögert. Im Geschäftsbericht der Konzernmutter Infraserv für das Jahr 2010 hieß es zuletzt, dass der Fortbestand von TCC gefährdet sei, wenn das Ersatzbrennstoff-Kraftwerk nach der Inbetriebnahme nicht die definierten Leistungsparameter erreiche (EUWID 31/2011). Sollte die finanzielle Restrukturierung der Finanzierung wider Erwarten nicht gelingen oder die Ersatzbrennstoffanlage nicht erfolgreich in Betrieb genommen werden, wäre eine Insolvenz der TCC GmbH die Folge, so die Konzernmutter.
30.08.2011
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